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Mosel-Ballon-Fiesta: Fahrt im Morgennebel als kleines Trostpflaster (Fotos/Video)

 MoselBallonFiesta in Föhren. Fotografin: Sandra Welter
MoselBallonFiesta in Föhren. Fotografin: Sandra Welter FOTO: Sandra Welter
Föhren/Hetzerath. Wegen Regen und Wind mussten die Abendstarts bei der Mosel-Ballon-Fiesta in Föhren (Kreis Trier-Saarburg) abgesagt werden. Dennoch gab es viel zu sehen. Albert Follmann

Was war das für eine Zitterpartie am späten Samstagnachmittag auf der Wiese neben dem Rollfeld des Flugplatzes Föhren: Knapp 80 Ballonteams standen Gewehr bei Fuß, um ihre Schirme aufzubauen. Wenige Meter weiter harrten Hunderte Zuschauer hinter einer Absperrung aus, um die geplante Fuchsjagd zu verfolgen. Die rote Katze von Pilot Hans Kordel sollte als Erste starten, danach alle anderen zusammen. Eine gigantische Armade von Ballonen in vielen Farben und Formen sollte sich auf die Jagd nach dem Fuchs machen. Sollte.

Zwischen unzähligen bangen Blicken der Piloten und Zuschauer in die immer wieder aus Westen anrollenden Regenwolken keimte mehrfach die Hoffnung auf, dass es doch noch klappt, doch um 19.20 Uhr cancelte Rennleiter Werner Wäschenbach endgültig die Starts. "Das Zeitfenster bis zum Einbruch der Dunkelheit ist zu knapp, wir können nicht mehr warten." Auch die Gebete von Schirmherrin Christiane Horsch, Bürgermeisterin der VG Schweich, konnten den "Wettergott" nicht besänftigen.

Dabei war schon die Fuchsjagd, die für Freitag um 18 Uhr vorgesehen war, ins Wasser gefallen. Da war überhaupt nicht an Ballonfahren zu denken. Es schüttete wie aus Kübeln, als Wäschenbach die 79 Teams briefte und einen litauischen Piloten für die weiteste Anreise auszeichnete. Da konnte noch keiner ahnen, dass das Rahmenprogramm, das die Rennleitung den Teams vorstellte, angesichts der Wetterkapriolen zu den Höhepunkten der Ballonfiesta zählen sollte: eine Waldwanderung, eine Weinbergsführung und die Motorsportvorführungen auf der Landebahn des Flugplatzes Trier-Föhren. Interessiert verfolgten die Zuschauer, wie Karts, Seitenwagen und Achtziger-Jahre-Bergrennautos über die Piste fegten. Auf dem Flugplatz konnten die Piloten ja mal so richtig Gas geben.

Viele Familien mit Kindern waren am Samstagnachmittag zum Industriepark Region Trier (IRT) gekommen. An jeder Ecke warteten Attraktionen: Hüpfburgen, eine Kletterwand, ein Segway-Parcours und Vieles mehr. Zu den Klängen der Band Dynamite Funk harrten viele aus, um nach Einbruch der Dämmerung den Night Glow zu erleben. Zum Takt der Musik werden sechs Ballone zum Glühen gebracht. Eine Augenweide.

Harry Roland von den Ballonsportfreunden Oberschwaben war zum ersten Mal bei der Mosel-Ballon-Fiesta. Und sicherlich nicht das letzte Mal: "Es ist eine tolle Veranstaltung, hier wird viel auf die Sicherheit geachtet." Roland blieb am Boden, verzichtete auf die einzig mögliche Ausfahrt am Samstag in der Frühe. "Es war mir zu nass." Etwa 60 Ballonteams starteten dennoch im Morgennebel - und waren begeistert. Schon bald zeigte sich die Sonne und bei strahlend blauem Himmel blies der Wind die Gondeln in nordöstliche Richtung.