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Verkehr
Moselaufstieg Trier: Neue Zahlen für alte Projekte

Moselaufstieg 4sp x 155
Moselaufstieg 4sp x 155 FOTO: TV / Laux, Simone
Trierweiler/Konz/Trier. Bisher haben sich bereits einige Untersuchungen mit dem Verkehr rund um Trier beschäftigt. Nun wird das Dutzend vollgemacht. Es soll unter anderem erneut untersucht werden, ob der Moselaufstieg wirksam wäre. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass sich Bernhard Kaster am Ziel seiner Bemühungen gesehen hat. Damals ist bekannt geworden, dass es der Moselaufstieg (B-51-Westumfahrung Trier) zwischen der A 64 bei Trierweiler und der Ortsumgehung Konz-Könen in den neuen Bundesverkehrswegeplan geschafft hat. Und zwar in den vordringlichen Bedarf. Das bedeutet, dass der Bund dieses Projekt auch relativ zeitnah umsetzen will.

Der Christdemokrat Kaster genießt inzwischen seinen politischen Ruhestand und ist nicht mehr Bundestagsmitglied. Auch um das Thema Moselaufstieg ist es ruhig geworden. Die Straße ist vor allem in Igel, Trier-Zewen und Trierweiler alles andere als beliebt, da eine Zerstörung der Landschaft und zusätzlicher Lärm gefürchtet werden. Zudem hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das Vorhaben gegen den Willen der rot-grün-gelben rheinland-pfälzischen Landesregierung in den Verkehrswegeplan aufgenommen.

Gebaut wird wohl noch lange Zeit nicht. Denn erst einmal muss geplant werden. Derzeit läuft das Verfahren zur Überprüfung des raumordnerischen Entscheids (der TV berichtete). Seit dem Frühjahr gibt es zudem Kartierungen der Tier- und Pflanzenwelt. Dazu sagt Hans Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM): „Da diese Kartierungen über eine volle Vegetationsperiode anhalten, ist mit einem Abschluss der Tätigkeiten im Sommer nächsten Jahres zu rechnen.“ Anschließend könne dann das Gutachten zur Umweltverträglichkeitsuntersuchung erstellt werden.

Zudem soll der inzwischen doch schon längeren Liste der Studien über die Verkehrsentwicklung eine weitere hinzugefügt werden. Elf Studien gibt es bereits. Laut Bartnick laufen die Vorbereitungen für eine Verkehrsuntersuchung im Raum Trier. „Die Untersuchung soll aktuelle Verkehrszahlen beziehungsweise eine Prognose zur Wirksamkeit unter anderem der B-51-Westumfahrung und der B-49-Ortsumgehung Zewen ermitteln.“

Den aktuellsten Stand der Dinge bietet vermutlich die vom Land beauftragte Multimodale Potenzialstudie für den Raum Trier-Luxemburg aus dem Jahr 2013. Darin steht unter anderem, dass der Bau von Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn wesentlich größere Entlastungswirkung  für den Verkehr in Trier hätte als der geplante Ausbau der Schienenverkehrs. Die Prognose für den Aufstieg wurde damals mit 16 000 Fahrzeugen täglich angegeben. Da wären weitaus mehr als im Bundesverkehrswegeplan angenommen. Laut dieses Plans sollen täglich nämlich nur rund 13 000 Fahrzeuge auf der neuen Straße zwischen Moseltal und den ersten Eifelhöhen unterwegs sein. Die geplanten Kosten liegen bei rund 60 Millionen Euro. So steht es in den Erläuterungen für den Verkehrswegeplan.

Der Plan des Bundes ist die eine Seite, der des Landes die andere. So hat das Mainzer Verkehrsministerium Mitte 2017 eine Prioritätenliste herausgegeben, welche Straße wann geplant werden soll. Höchste Priorität im Zuständigkeitsbereich des LBM Trier genießen die Lückenschlussprojekte A 1 Kelberg - Adenau sowie die Bundesstraße-50 Longkamp - Zolleiche. Das Projekt Bundesstraße-51-Westumfahrung Trier ist laut Bartnick mit Priorität 2 eingestuft worden.

Noch später sollen die Planungen für die Ortsumgehung Zewen  beginnen. Und zwar in den Jahren 2019/2020. Diese Straße solle den Trierer Stadtteil vom Durchgangsverkehr entlasten. Sie ist auch eine alte Forderung von Zewenern, die nicht zuletzt durch den Moselaufstieg zusätzlichen Verkehr befürchten. Nach aktueller Prognose sollen auf der Strecke, die zwischen Mosel und Zewen durch einen 220 Meter langen Tunnel geführt werden soll, täglich 16 000 Fahrzeuge unterwegs sein. Die Kosten werden mit rund 29 Millionen Euro angegeben.