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Moselsteig entfacht das Wanderfieber

Trier/Schweich/Bernkastel-Kues. Der Moselsteig beschert der Region einen Wanderboom. Im ersten Halbjahr 2014 sind die Gäste- und Übernachtungszahlen zwischen Perl und Koblenz sprunghaft gestiegen. Zusätzliche Bänke und Liegen sowie der Einsatz von Wegepaten sollen einen weiteren Qualitätsschub bringen. Albert Follmann

Trier/Schweich/Bernkastel-Kues. Mit einiger Verzögerung ist der 365 Kilometer lange Moselsteig Mitte April aus der Taufe gehoben worden (der TV berichtete). Vorschusslorbeeren hatte es viele für den jüngsten Spross der rheinland-pfälzischen Premium-Wanderwege gegeben - offenbar wurde dabei nicht übertrieben, wie ein Blick in die Halbjahresstatitik 2014 zeigt.
Laut Moselsteig-Projektleiter Thomas Kalff von der Mosellandtouristik sind die Gästezahlen in der Ferienregion Mosel-Saar gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent auf rund 870 000 gestiegen. Die Übernachtungen nahmen im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent auf 2,5 Millionen zu. Erfasst wurden alle Städte und Verbandsgemeinden entlang des Moselsteigs - von Saarburg bis Koblenz einschließlich der Stadt Trier. "Das ist ein beachtlicher Zuwachs auf hohem Niveau", sagt Kalff. Das Plus könne zwar nicht am Moselsteig alleine festgemacht werden, weil alle Urlauber und Zielgruppen erfasst würden. Aber zahlreiche positive Rückmeldungen von Wanderern, die Zunahme von Buchungen und der Einstieg neuer Reiseveranstalter (unter anderem Kleins Wanderreisen und Via Soluna) sprächen dafür, dass der Moselsteig einen großen Anteil an der Steigerungsrate habe.
Die abwechslungsreiche Streckenführung werde am häufigsten als Pluspunkt genannt, sagt Kalff. Das Schweicher Ehepaar Elfriede und Friedel Hofer nutzt derzeit den Urlaub, um den Moselsteig zu erkunden. "Die Etappe von Schweich nach Mehring war anfangs anstrengend", so ihr Fazit, "dann wurden wir aber an der Huxlay in Mehring mit einem wunderschönen Ausblick auf die Mosel belohnt." Für weniger geübte Wanderer empfehlen die Hofers die Strecke von Leiwen nach Neumagen: "Da kann man super die Landschaft genießen." Gelobt wird von den Wanderern auch die lückenlose Markierung. Auf der Wunschliste stehen mehr Ruhebänke, vor allem dort, wo Wanderer sich nach anstrengenden Anstiegen ausruhen wollen. Noch in diesem Herbst sollen entlang des Steigs neue Ruhebänke und Liegen aufgestellt werden, kündigt Kalff an. In Reil und Traben-Trarbach werde man neue Schutzhütten errichten. Auch wer "nur" eine rund zehn Kilometer lange Tagestour auf einem Seitensprung-Rundkurs plant, soll bald mehr Alternativen haben. Zehn neue Seitensprünge mit teils noch unbekannten Namen stehen auf der To-do-Liste der Mosellandtouristik (Extra).
Wegepaten auf Inspektionstour


Auch am Qualitätsmanagement soll gefeilt werden: Im kommenden Jahr will die Mosellandtouristik in Zusammenarbeit mit dem Eifelverein und den Kommunen ein Netz von Wegepaten aufbauen. Die wanderaffinen Frauen und Männer sind angehalten, ihren Abschnitt zwei Mal pro Jahr zu begehen. Größere Schäden, wie etwa umgefallene Bäume, sollen die Paten den Kommunen melden, kleinere Freischneidearbeiten oder der Austausch kaputter Wegweiser erledigen sie eigenständig.Extra

Tagestouren: Zehn Tagestouren, sogenannte Seitensprünge, sind nach Mitteilung der Mosellandtouristik als Ergänzung zum Moselsteig in folgenden Orten beziehungsweise Regionen geplant: Palzem-Wehr, Schoden/Ockfen/Wiltingen, Pellingen/Krettnach/Oberemmel, Klüsserath, Veldenz, Kleinich, Bernkastel-Kues, Kinheim/Traben-Trarbach/Wolfm Enkirch/Starkenburg, Cochem. Derzeit gibt es sechs Seitensprünge und sechs Traumpfade. Seitensprünge: Zitronenkrämerkreuz, Mehringer Schweiz, Briedeler Schweiz, Longuicher Sauerbrunnen, Felsen-Fässer-Fachwerk, Borjer Ortsbachpädche. Traumpfade: Eltzer Burgpanorama, Hatzenporter Laysteig, Bergschluchtenpfad Ehrenburg, Bleidenberger Ausblicke, Schwalberstieg, Koberner Burgpfad.alf