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Umwelt
Neue Anstalt soll Klärschlamm der Region verwerten

Der Anfang ist gemacht: Die Bürgermeister der Verbandsgemeinden und die Werkleiter nach der Satzungsunterzeichnung.
Der Anfang ist gemacht: Die Bürgermeister der Verbandsgemeinden und die Werkleiter nach der Satzungsunterzeichnung. FOTO: Friedhelm Knopp / Friedhalm Knopp
Schweich. Acht Verbandsgemeinden aus der Region und die Stadt Trier haben per Vertrag die künftige Entsorgung des Klärschlamms auf eine gemeinsame Basis gestellt.

Wohin mit dem Klärschlamm? Diese Frage gilt allgemein für Rheinland-Pfalz als auch für die Region Trier. In Schweich haben am Freitag acht Verbandsgemeinden (VG) aus dem ehemaligen Regierungsbezirk und die Stadt Trier für ihre Abwasserwerke die Kommunale Klärschlammverwertung Region Trier, Anstalt des öffentlichen Rechts (KRT-AöR) gegründet. Weitere 16 kommunale Abwasserbetriebe werden bis zum 31. März 2019 beitreten. 

Neue Entsorgungsstrategie Gemeinsames Ziel sei, eine zukunftssichere, umweltverträgliche und preisstabile Entsorgungsstrategie zu entwickeln und zu realisieren, wobei eine thermische Verwertung (Verbrennung) angestrebt werde, sagt Andreas Kruppert, KRT-Bezirksvorsitzender und Bürgermeister der VG Arzfeld.

Wenn das Abwasser die Kläranlage durchlaufen hat und sie gereinigt verlässt, bleiben die ausgefilterten Bestandteile im Klärbecken zurück. Bisher wird diese unappetitliche und stark phosphatbelastete Masse vorwiegend als Dünger auf die Felder ausgebracht. Eine bedenkliche Lösung für Boden und Grundwasser.

Per Verordnung wollte das Land Rheinland-Pfalz dieser Praxis Einhalt gebieten. Gegründet wurde dazu  die Kommunale Klärschlammverwertung (KKR-AöR) Rheinland-Pfalz. Ziel ist eine vorwiegend  „thermische Verwertung“ des Schlamms durch Verbrennung in speziellen Anlagen, wobei die Abwärme der Stromerzeugung dient.

In geringerem Umfang ist auch eine „ordnungsgemäße Verwertung“ als Dünger oder die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken angedacht. In Mainz entsteht dazu eine entsprechende Anlage, die aber nicht alle Klärschlämme des Landes verwerten kann. Daher wollen die Kommunen der Region die Sache durch Gründung der KRT-AöR auf eigene Beine stellen. Gründungsort ist Schweich.

Wo soll die Anlage stehen? Dazu Christiane Horsch, Bürgermeisterin der VG Schweich: „Das kam daher, weil unser VG-Werkleiter Harald Guggenmos die neue KRT organisiert und koordiniert. Dann setzten im Schweicher VG-Sitzungssaal die Bürgermeister oder Werkevertreter der VGen Arzfeld, Bernkastel-Kues, Konz, Schweich, Speicher, Trier-Land, Morbach, Irrel und der Stadtwerke Trier ihre Unterschriften unter die Satzung.

Diese Unterzeichnung sei aber erst der Anfang, erklärte Bezirksvorsitzender Kruppert, „denn nun folgen die Fragen nach einer regionalen Verbrennungsanlage und deren Standort. Das wird uns in den nächsten Jahren noch sehr beschäftigen.“