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Straßen
Neue Moselbrücke in Schweich soll neben der alten entstehen

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Schweich . Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium hat entschieden: Die neue Schweicher Moselbrücke soll direkt neben der bestehenden Überführung gebaut werden. Die Kommunalpolitiker freuen sich, dass ihren Wünschen entsprochen wurde. Von Marion Maier
Marion Maier

Das Mainzer Verkehrsministerium hat die Kommunalpolitiker in Schweich und Longuich mit seiner Nachricht überrascht und erfreut. Es teilte mit, dass der Ersatz für die Moselbrücke von Schweich neben der bestehenden Brücke entstehen soll.

Der Entscheidung war nach Gesprächen mit Vertretern der Kommunen gefallen. Verkehrsminister Volker Wissing sagte: „Für mich ist es nachvollziehbar, dass die betroffenen Kommunen die bestehenden Strukturen nach Möglichkeit beibehalten wollen. Nun haben wir eine einvernehmliche und für alle Beteiligten tragfähige Lösung für den erforderlichen Brückenbau gefunden.“

Die bestehende Brücke ist 68 Jahre alt und weist gravierende Schäden am Beton auf. Eine Instandsetzung wird deshalb als unwirtschaftlich beziehungsweise technisch nicht möglich eingestuft. Zudem sind schon mehrmals Schiffe mit der Brücke kollidiert, weil deren Pfeiler relativ eng beieinander stehen und die Durchfahrtshöhe gering ist.

Das Ministerium hatte zunächst einen Brückenneubau neben der vorhandenen Autobahnbrücke der A 1 favorisiert (Variante 3). Diese Trassenführung hätte den Vorteil gehabt, dass die Bundesstraße entlang der Mosel (B 53) nicht so lange gesperrt werden müsste wie bei der nun gewählten Möglichkeit (Variante 4). Die Landesstraßenbauverwaltung geht laut Pressemitteilung nun von rund einem Jahr Sperrzeit aus. Das Ministerium räumt ein, dass ein Neubau an der A1 Umwege für die Verkehrsteilnehmer mit sich gebracht hätte. Dies war einer der Punkte, den die Kommunen in der Diskussion mit dem Land kritisiert hatten.

Auf TV-Nachfrage, wann mit dem Baubeginn gerechnet wird, sagte eine Ministeriumssprecherin: „Das ist schwierig zu sagen. Noch befinden wir uns vor dem Planfeststellungsverfahren.“ Bei diesem Verfahren wird der Plan für das Bauwerk öffentlich ausgelegt. Betroffene können Einwendungen dazu einreichen, die abgewogen werden. Die Ergebnisse werden in der weiteren Planung berücksichtigt. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss. Wie lange es dauere, bis dieser Beschluss vorliege, hänge von der Zahl der Einwendungen ab, sagte die Ministeriumssprecherin. In der Regel rechne man mit ein bis drei Jahren.

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Stadtrat Schweich und Ortsgemeinderat Longuich hatten für die nun gewählte Neubauvariante gestimmt. Der Verbandsgemeinderat hatte sich diesem Votum angeschlossen. Unisono äußerten sich die Lokalpolitiker gestern denn auch erfreut. Die Ortsbürgermeisterin von Longuich, Kathrin Schlöder, die der TV im Urlaub erreichte, sagte: „Super! Das ist im Prinzip das, was wir wollten.“

Der Schweicher Stadtbürgermeister Lars Rieger sprach von einer guten Entscheidung für Schweich und Longuich. Er sei froh, dass die Brücke künftig weiterhin die Schweicher Einkaufsachse in der Ortsdurchfahrt mit Longuich-Kirsch und der Landesstraße Richtung Trier verbinde. Rieger erinnerte daran, dass auch der Gewerbeverband und die Bürger diese Lösung einhellig bevorzugt hatten.

Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich, sagte: „Das ist ein toller Erfolg!“ Sie wies daraufhin, dass die Gremien die vom Land favorisierte Variante am schlechtesten bewertet hätten. Ein weiterer Grund dafür: Die Longuicher hätten mehr Verkehr befürchtet. Offenbar habe ein Gespräch mit dem Staatssekretär, das ihre Bürgermeisterkollegen und sie geführt hätten, schneller Wirkung gezeigt als erwartet. Weiter sagte sie: „Ich bin froh, dass die neue Brücke nun fast an der gleichen Stelle wie die alte entsteht, auch weil viele Kinder aus Longuich darüber zur Schule gehen.“ Bei Variante 3 hätten sie einen weiteren Weg gehabt. Generell würden viele Fußgänger und Radfahrer die Brücke am jetzigen Standort nutzen.