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Soziales
Ein Verwaltungsmann für den Übergang

Das Saarburger Krankenhaus. Dort soll bald ein neuer Geschäftsführer übernehmen. Foto: Marion Maier
Das Saarburger Krankenhaus. Dort soll bald ein neuer Geschäftsführer übernehmen. Foto: Marion Maier FOTO: h_sab <h_sab@volksfreund.de>
Saarburg/Trier. Joachim Christmann soll  neuer Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen Saarburger Krankenhauses werden – für sechs Monate. Und dann? Von Harald Jansen
Harald Jansen

Arist Hartjes verlässt auf eigenen Wunsch das Krankenhaus Saarburg. Ende des Jahres endet die Tätigkeit des Geschäftsführers der Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg GmbH. Ihm soll Joachim Christmann (siehe Info) folgen. Noch ist es nicht amtlich, dass der studierte Jurist die Geschäftsführung des kreiseigenen Krankenhauses übernimmt, das mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat und das vor einer grundlegenden Neustrukturierung steht (der TV berichtete). Laut ursprünglichem Wirtschaftsplan sollte das Haus in diesem Jahr ein Minus von 1,6 Millionen Euro machen. Inzwischen wird jedoch mit einem Minus von rund vier Millionen Euro gerechnet. Diese Summe muss der Kreis Trier-Saarburg komplett zuschießen, da es um das Eigenkapital der Krankenhaus GmbH schlecht bestellt ist.

Die Gesellschafterversammlung muss über die Personalie Christmann in einer Sitzung Ende Oktober entscheiden. Es ist jedoch so, dass der Aufsichtsrat der Krankenhaus GmbH diese Neubesetzung der Stelle empfiehlt. „Ich begleite das Haus auf Seiten des Trägers schon seit vielen Jahren“, sagt Joachim Christmann. Deshalb sei er mit den Stärken und den Herausforderungen des Krankenhauses vertraut. Er bezeichnet seine voraussichtlich am 1. November beginnende Tätigkeit als große Herausforderung. Ende März will er nach aktuellem Stand seine Arbeit als Geschäftsführer wieder beenden. Denn der Kreisverwaltungsdirektor wird weiterhin Aufgaben innerhalb seiner angestammten Verwaltung übernehmen. Beispielsweise in den Bereichen Jugend und Soziales. Er sagt: „Auf Dauer ist diese Dauerbelastung nicht zu schaffen.“ Er geht davon aus, dass er teilweise im Kreishaus in Trier und teilweise im Krankenhaus in Saarburg arbeiten wird. Urlaub hat er nach eigenem Bekunden im kommenden halben Jahr keinen geplant.

Erleichtert wird dem Juristen der Job auch dadurch ein wenig, dass ihm ein Teil seiner Arbeit abgenommen wird. Landrat Günther Schartz übernimmt die Verantwortung für das Gesundheitsamt und das Jobcenter, Geschäftsbereichsleiter Stephan Schmitz-Wenzel ist künftig auch für den Kreisrechtsausschuss zuständig. Notwendig wird Christmanns Engagement, weil Arist Hartjes früher als geplant das Haus verlässt und große Veränderungen anstehen. Denn es gibt Gespräche mit der landeseigenen Landeskrankenhaus AöR. Diese würde, wenn die aktuell laufenden Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, die Geschäftsführung für das Haus in Saarburg übernehmen. Ein Ergebnis der Gespräche gibt es bisher noch nicht. Gleichwohl haben sich nach Auskunft von Landrat Schartz Vertreter der Landeskrankenhaus AöR in Saarburg vorgestellt, umgeschaut und offene Fragen geklärt.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter des Krankenhauses hat der Landrat zudem betont, dass der Einstieg des neuen Partners natürlich dazu führen werde, dass „Aufgaben konzentriert und nicht mehr an allen Standorten erbracht werden“. Das bedeute jedoch nicht, dass dadurch Mitarbeiter in Saarburg entbehrlich würden. Auch an der Tarifbindung des Hauses werde sich nichts ändern.