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Verkehr
Noch viel Redebedarf beim Feinschliff

So soll die neue Moselbrücke bei Schweich einmal aussehen.
So soll die neue Moselbrücke bei Schweich einmal aussehen. FOTO: Landesbetrieb Mobilität Trier
Schweich/Longuich. Der Standort der neuen Moselbrücke bei Schweich stößt auf allgemeine Zustimmung. Aber schon an der Radwegplanung scheiden sich die Geister.
Albert Follmann

Es werden zwar noch einige Jahre ins Land gehen, bis die ersten Fahrzeuge über die neue Moselbrücke bei Schweich fahren, aber bei der Planungsbehörde, dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), genießt das Projekt schon seit Monaten hohe Priorität. Die Grobplanung steht (siehe Visualisierungen), nun gilt es, die Pläne mit den betroffenen Kommunen abzustimmen (hauptsächlich Schweich und Longuich), die Bürger zu informieren und die erforderlichen Genehmigungen in einem Planfeststellungsverfahren zu erlangen (siehe Info).

Die neue Brücke muss vielen unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden: dem Straßenverkehr mit rund 20 000 Fahrzeugen täglich, dem Schiffsverkehr sowie den Radfahrern und Fußgängern.  Auch die Interessen der Anwohner und Grundstücksbesitzer müssen unter einen Hut gebracht werden.

Wie berichtet, favorisierte der LBM zunächst einen Brückenstandort 300 Meter stromabwärts neben der Autobahnbrücke. Letztlich beugte man sich im Verkehrsministerium aber dem Druck aus Schweich und Longuich. Nun soll eine neue, 121 Meter lange Bogenbrücke unmittelbar neben der bestehenden Moselbrücke gebaut werden. Zusammen mit der Vorlandbrücke ist das Bauwerk 217 Meter lang. Die Breite beträgt 14 Meter.

Dass es noch Abstimmungsbedarf gibt, zeigt beispielsweise die Radwegplanung. Während der LBM einen kombinierten Rad- und Gehweg von drei Metern Breite auf der Oberstromseite für ausreichend hält, plädiert Longuichs Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder für getrennte Fahrrad- und Fußgängerwege auf beiden Brückenseiten.  Die Radfahrer müssten nach Schweich und Kenn, aber auch in Richtung Longuich und Fell weitergeführt werden.

Schon im Mobilitätskonzept der Orte Longuich, Fell und Schweich aus dem Jahr 2015 wird auf die jetzigen Missstände für den Fahrradverkehr am Knotenpunkt Moselbrücke hingewiesen (der TV berichtete). Gleichzeitig werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie die Radtouristen auf dem Moselradweg und die Radfahrer, die von Longuich nach Schweich oder in Richtung Kenn wollen, zweckmäßig und sicher zu ihren Zielen geführt werden können.

Wenn es keine beidseitigen Radwege an der neuen Brücke gebe, dann führte das zu Problemen, prognostiziert Maik Scharnweber vom Büro für Mobilitätsberatung und Moderation in Trier. Er ist Mitverfasser des Mobilitätskonzepts. „Radfahrer nehmen immer den kürzesten Weg. Gibt es keine durchgängigen Verbindungen, queren sie einfach die Straße. Das sieht man an der Römerbrücke in Trier ständig.”

Wie eine Umfrage ergab, nutzen etwa ein Drittel der Longuicher Schüler das Rad, um zu weiterführenden Schulen in Schweich zu gelangen. Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Verkehrsplanung mit dem Ziel, Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu entwickeln, appelliert Planer Scharnweber an den LBM, seine Radwegplanung zu überdenken: „Bei der ursprünglichen Vorzugsvariante an der Autobahnbrücke hat der LBM geklotzt, und jetzt will er an einigen Hundert Metern Radweg sparen.”

Der LBM hält dem entgegen, dass ein zusätzlicher oberstromiger Radweg auf der Kirscher Seite durch den stark belasteten Zufahrtsast der L 145 (Richtung A 602) zu einer Verkehrsgefährdung führt und die Leistungsfähigkeit des Kreisels mindert.

Der Blick aus Richtung Fährturm auf das Bauwerk.
Der Blick aus Richtung Fährturm auf das Bauwerk. FOTO: Landesbetrieb Mobilität Trier