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Premiere für die Schweicher Flegler

Sie verstehen noch mit einer alten Tradition zu begeistern: Die Dreschflegel-/Sensendengler- und Fassküfergruppe“ aus Schweich nimmt am Wochenende erstmals an einem überregionalen Wettbewerb teil. TV-Foto: Dietmar Scherf
Sie verstehen noch mit einer alten Tradition zu begeistern: Die Dreschflegel-/Sensendengler- und Fassküfergruppe“ aus Schweich nimmt am Wochenende erstmals an einem überregionalen Wettbewerb teil. TV-Foto: Dietmar Scherf
Es ist eine Premiere für die "Dreschflegel-, Sensendengler- und Fassküfergruppe" aus Schweich. Erstmals wird sie am Wochenende mit ihrem alten Handwerk an einem Wettbewerb in Westhofen/Rheinhessen teilnehmen. Von unserem Mitarbeiter Dietmar Scherf

Schweich. Intensiv hat die "Dreschflegel-/Sensendengler- und Fassküfergruppe", die im Heimat- und Verkehrsverein Schweich integriert ist, unter der Leitung von Franz-Josef Grünen trainiert. Dieser hat auch die passende Choreographie geschrieben, denn die neun Mitwirkenden treten mit ihrem selten gewordenen Können zu den Klängen der Amboss-Polka auf. Am Wochenende nehmen sie jetzt an einem Wettbewerb im rheinhessischen Westhofen teil. Dem Wettbewerb, er wird von Rundfunk und Fernsehen aufgezeichnet, sehen die Schweicher mit Gelassenheit entgegen. Klaus Kuhn, der Mann am Amboss, sagt: "Bei uns zählt mehr der olympische Gedanke. Wir wollen dabei sein und müssen nicht unbedingt einen der ersten Plätze belegen." Bei Heimatabenden sowie Volks- und Weinfesten haben sie bereits mehrfach ihr Können bewiesen. Im Takt und zur Musik dreschen sie Stroh, und die Zuschauer haben ihren Spaß daran. Sie haben damit ein Handwerk aufgegriffen, das bei jüngeren Leuten längst nicht mehr bekannt ist. Vornehmlich in den Wintermonaten, wenn draußen auf dem Feld die Arbeit ruhte, holten die Bauern früher das Getreide und legten es als sogenanntes Bett aus. Die Garben legten die Leute nebeneinander, damit die Ähren in einer Reihe lagen. Die Schweicher Dreschflegler beherrschen heute noch die Technik, die zunehmend ausstirbt und in Vergessenheit gerät. Beim Dreschflegeln, genutzt wird ein Stock mit einem Schlagholz daran, bewegt sich die Gruppe langsam vorwärts. Am Ende des Betts angelangt, wird das leer gedroschene Stroh beiseitegeräumt und die herausgedroschenen Körner zusammengeschaufelt. Was in der Vergangenheit eine mühsame und recht schweißtreibende Arbeit von mehreren Tagen war, dauert heute bei der Schweicher "Dreschflegel-/Sensendengler- und Fassküfergruppe" bei ihren Auftritten nur wenige Minuten. Keine Frage, dass die Sensendengler und Fassküfer dabei im Takt mitarbeiten. Wie der Heimatverein Westhofen haben es sich auch die Männer von der Mosel zur Aufgabe gemacht, diesen alten Brauch zu erhalten. In Westhofen erwarten sie Gleichgesinnte aus ganz Deutschland, die sich mit ihnen im Wettbewerb in mittelalterlicher Atmosphäre messen wollen. Er ist inzwischen so bekannt, dass es auch immer mehr junge Drescher gelernt haben, den Flegel im Takt und fachgerecht zu führen. Die Gruppe aus Schweich will gerne, soweit noch Platz im Bus ist, Fans und Interessierte mitnehmen. Abfahrt des modernen Reisebusses ist um 8 Uhr. Die Rückfahrt ist für etwa 18 Uhr vorgesehen. Anmeldung ist erforderlich bei der Geschäftsstelle, Telefon 06502/997430.