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Rioler Freizeitsee bald in voller Größe

Die erste Badesaison in Riol: Der kühle Sommerspaß im fast fertigen Freizeitsee ist ohne Einschränkung erlaubt. TV-Foto: Katja Bernardy
Die erste Badesaison in Riol: Der kühle Sommerspaß im fast fertigen Freizeitsee ist ohne Einschränkung erlaubt. TV-Foto: Katja Bernardy
Nach einem monatelangen Hin und Her um den Verkauf eines letzten Grundstücks, das für die Fertigstellung des Freizeitsees Riol notwendig ist, haben sich die beiden Streitparteien endgültig geeinigt: Die Verträge sind unter Dach und Fach. Von unserer Mitarbeiterin Katja Bernardy Von Friedhelm Knopp

Riol. Parallel zum Rioler Moselufer wird seit 2003 ein riesiges Kiesvorkommen abgebaggert. Die entstehende Grube füllt sich nach und nach mit Wasser. Und dies ist gewollt, denn so entsteht der Rioler Freizeitsee. Das "Triolago" getaufte Millionenprojekt ist eine Gemeinschaftsaufgabe des Investors, der Becker Freizeitsee GmbH, und der Gemeinde Riol.

Vertraglich ist geregelt, dass die Gemeinde die dafür rund 50 notwendigen Grundstücke erwerben muss. Unterstützt wurde sie bei den Kauf- und Tauschaktionen vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR).

Die Rodung der Fläche steht kurz bevor



Die Verhandlungen um das letzte Grundstück, das dem Komplettausbau des Sees im Wege stand, blieben monatelang ergebnislos. Der Grund: Die Fläche wird von einem Winzer zum Weinanbau genutzt. Er verlangte eine Entschädigung für eine Neuanpflanzung, die er 2004 dort angelegt hatte. "Erst nachdem ich gepflanzt hatte, wurde die Fläche im Jahr 2005 benötigt", begründete der Winzer, der anonym bleiben möchte, seine Haltung. Es folgten immer wieder Verhandlungen, und Ende März beschloss der Rioler Ortsgemeinderat, ein Enteignungsverfahren einzuleiten - bis heute blieb es bei dem Beschluss.

Vor rund zwei Monaten hieß es vonseiten der Verbandsgemeindeverwaltung Schweich, man sei sich einig. Kurz darauf wurde dies wieder dementiert. Ende Juni gab es einen vom Winzer einseitig unterschriebenen Vertrag. Den lehnte damals aber die Becker GmbH ab, und der Gemeinderat bekräftigte seine Enteignungsdrohung (der TV berichtete). Nun scheinen die Verhandlungen endgültig Früchte zu tragen: "Die Verträge sind unter Dach und Fach", sagte am Dienstag Ortsbürgermeister Arnold Schmitt auf TV-Anfrage. Auch die Kaufsumme sei bereits geflossen. Der Winzer bestätigte ebenso, dass Anbaufläche verkauft sei. Nun wartet der Investor darauf, dass die Rebstöcke gerodet werden. "Ich hoffe auf Regen, weil die einbetonierten Pfähle dann leichter zu entfernen sind.", sagte der Winzer, der von der Gemeinde auch eine etwa gleichgroße Ausgleichsfläche erhalten soll. Über den Zeitpunkt, wann die Ausbaggerungsarbeiten zur Fertigstellung des Badesees weitergehen sollen, wollte sich Gabriele Becker, Geschäftsführerin der Becker Freizeitsee GmbH, nicht äußern.

Sie dementierte jedoch das Gerücht, dass der Badebetrieb seit einigen Tagen geschlossen sei "Wir haben eine Badeerlaubnis, und bei schönem Wetter kann der See natürlich genutzt werden!", betonte Becker.

Meinung

Ein Anlass zum Jubel?

Es ist geschafft! Nach monatelangem Gezänk kann auch die letzte Fläche, die der technischen Vollendung des Freizeitseeprojekts im Wege stand, abgebaggert werden. Haben die Gemeinde Riol, der Investor und die Verbandsgemeinde Schweich nun Grund zum Jubel? Dies eher nicht angesichts des zerschlagenen Porzellans, das rund um das neue Seeufer zurückbleibt. Offenbar war es nicht allein der besagte anonyme Winzer, der nur widerstrebend sein Grundstück hergab, nachdem es entgegen der ursprünglichen Planung plötzlich doch in den Bebauungsplan Seeprojekt "gerutscht" war. Die Stimmung in Riol ist zwiespältig - nicht jeder ist dort gut auf den See und seine Entstehungsgeschichte zu sprechen. Und auf den endgültigen Schlussstrich unter die vergangenen sechs Jahre wird Riol noch warten müssen. f.knopp@volksfreund.deExtra Öffnungszeiten: montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr; am Wochenende von 10 bis 19 Uhr (bei schönem Wetter ist der See auch schon mal bis 20 Uhr geöffnet) Eintrittspreise: Kinder zahlen erst ab sieben Jahren. Sieben- bis 14-Jährige 1,50 Euro; ab 15 Jahren zwei Euro; Zehner-Karten für Kinder kosten elf Euro, für Erwachsene 15 Euro; Ab 17 Uhr gibt es ermäßigte Eintrittspreise: ein Euro für alle. (kat)