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Saarfische mit Giftstoffen belastet

Sorgt für unappetitliche Schlagzeilen: Der Fisch aus Mosel und Saar. Foto: iStock/Ugurhan Betin
Sorgt für unappetitliche Schlagzeilen: Der Fisch aus Mosel und Saar. Foto: iStock/Ugurhan Betin
Erhöhte Werte von Dioxin und PCB: Das saarländische Umweltministerium warnt vor dem Verzehr von Saarfischen. Im Kreis Trier-Saarburg bleiben die Angler gelassen. Das rheinland-pfälzische Ministerium verweist auf die seit April geltenden Verzehrempfehlungen.

Saarburg/Konz/Saarbrücken. Das saarländische Umweltministerium und der Fischereiverband haben vor dem Verzehr von Fischen aus der Saar gewarnt. Der Grund: deutlich erhöhte Werte von giftigen Dioxinen und PCB (siehe Extra) in den Fischen. Daher wird empfohlen, auf den Verzehr zu verzichten, bis weitere abschließende Untersuchungsergebnisse vorliegen. Diese Empfehlung gilt saarabwärts ab der Staustufe Saarbrücken-Burbach.

Positive Proben in Mosel und Saar



Das Ministerium im Saarland hatte Proben aus dem Fluss genommen, weil vor Monaten auf rheinland-pfälzischer Seite PCB-belastete Fische in Mosel und Saar festgestellt worden waren (der TV berichtete). Im französischen Lothringen wurde sogar ein Verzehrverbot für Moselfisch ausgesprochen.

Woher die nun festgestellte erhöhte Belastung in der Saar auf saarländischem Gebiet kommt, ist noch unklar und wird vom saarländischen Umweltministerium genauer untersucht. Ergebnisse sollen in rund fünf Wochen vorliegen.

Die Angler an der Saar im Kreis Trier-Saarburg lassen sich von dieser Nachricht nicht beunruhigen. "Ich weiß davon", bestätigt Guido Blau vom Angelsportverein Wiltingen. Die Warnung gebe es aber auch jedes Jahr. "Wenn an der einen Stelle belastete Fische gefunden wurden, muss dies an einer anderen Stelle nicht so sein", sagt Blau. "Ich bin absolut überzeugt: Wenn ich in der Großstadt wohnen würde und meine Fenster aufstehen ließe, wäre ich höheren Belastungen ausgesetzt, als wenn ich hin und wieder Saarfische esse."

Bei der Saar-Obermosel-Touristik war am Freitag nichts bekannt von einer Belastung der Fische. "Wir haben in der Regel auch keinen direkten Kontakt zu Anglern", sagt Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik.

Beim Veterinäramt des Kreises Trier-Saarburg sei kein Hinweis eingegangen, heißt es von der dortigen Pressestelle. Das Umweltministerium in Mainz hält sich bislang ebenso zurück und verweist auf das Merkblatt für Angler in Rheinland-Pfalz, das es im April gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung herausgegeben hat.

Dort werden Verzehrempfehlungen gegeben. Für Saarfische liegen diese bei maximal sechs Portionen (eine Portion entspricht 200 Gramm) Rotaugen, maximal einer Portion Wels und maximal acht Portionen Barsch pro Monat.

Tanja Girke, Sprecherin des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums: "So lange es keine anderen Informationen gibt, gilt dieses Merkblatt weiterhin. Wir bleiben mit der saarländischen Regierung in Kontakt." Extra PCB: Polychlorierte Biphenyle sind dem Dioxin ähnliche Substanzen, die industriell als Isolier-, Hydraulik- und Kühlmittel eingesetzt wurden. PCB ist seit 1989 verboten, bleibt aber wegen seiner Stabilität lange nachweisbar. Es reichert sich im Fettgewebe an und kann zu Krebserkrankungen, Hormonstörungen, Unfruchtbarkeit, Hautschäden und Störungen des Immunsystems führen.