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Sachbeschädigung am Pluwiger Sportplatz: Polizei fasst zwei junge Männer

Gemeinde- und Vereinsvertreter nahmen am vergangenen Sonntag den beschädigten Sportplatz in Augenschein.
Gemeinde- und Vereinsvertreter nahmen am vergangenen Sonntag den beschädigten Sportplatz in Augenschein. FOTO: Anja Fait
Pluwig/Gusterath. Kurz nach der Beschädigung des Pluwiger Sportplatzes (Kreis Trier-Saarburg) durch Autofahrer hat die Polizei zwei Verdächtige gefasst. Entscheidend zu dem schnellen Ermittlungserfolg beigetragen haben acht junge Männer. Sie hatten versucht, die Fahrzeughalter an der Flucht zu hindern. Schon einmal war der Pluwiger Sportplatz kurz nach einer Sanierung durch tiefe Reifenspuren beschädigt worden. Anja Fait

Nur durch Zufall hatten acht junge Männer in der Nacht auf Sonntag die kurvendrehenden Autos am Pluwiger Sportplatz entdeckt. Gleich darauf beobachteten sie, wie zwei Autofahrer mit ihren Fahrzeugen vom frisch eingesäten Fußballgrün flüchteten. "Dazu hatten sie sich allerdings einen Weg ausgesucht, der irgendwann nicht mehr weiterführt. Wir wussten sofort, dass die wieder zurückkommen", erzählen die jungen Männer. Um den Tatverdächtigen zu demonstrieren, dass sie gesehen worden waren, baute sich die Gruppe beherzt an der Straße auf und versperrte ihnen zunächst die Durchfahrt.

Wie vermutet, kehrten die beiden Autofahrer auch kurz darauf zurück und blieben, mit eingeschaltetem Fernlicht, vor den Teenagern stehen.

"Das ging vielleicht zwei, drei Minuten lang so", erzählt einer der jungen Männer. "Wir wussten ja nicht, was die jetzt vorhaben. Bevor die plötzlich Vollgas geben, sind wir dann doch lieber von der Straße runter und haben sie flüchten lassen", erklärt er. "So gut es in der Dunkelheit möglich war, haben wir uns dann die Nummernschilder gemerkt und der Polizei gemeldet."

Auch der Kassenwart der DJK Pluwig-Gusterath, Günter Welter, war Zeuge des Geschehens. "Mitten in der ganzen Aufregung hatten die Jungs mich angerufen und um Hilfe gebeten. Ich bin mir vorgekommen wie in einem Live-Tatort", sagt Günter Welter. "Ich hab alles übers Handy mitbekommen. Die Jungen waren total aufgeregt. Ich hab ihnen geraten, lieber vorsichtig zu sein und die Polizei zu rufen. Bis ich selbst am Sportplatz war, war alles vorbei", sagt er.

Die Pressestelle der Polizei Trier meldet am Montag, dass sie zwei 23 und 25 Jahre alten Tatverdächtigen aus der Verbandsgemeinde Konz festgenommen hat. Sie haben die Tat eingeräumt. Da das gesamte Sportplatzgelände durch eine Zaun- und Schrankenanlage umfriedet ist, besteht zudem der Tatverdacht des Hausfriedensbruchs. Entsprechende Strafverfahren sind eingeleitet worden.

DJKler Daniel Clemens bestätigt: "Zugang zum Gelände müssen sich die Täter mit Gewalt verschafft haben. Ich selbst habe das Tor noch am Samstagnachmittag ordnungsgemäß verschlossen."

Wer zahlt den Schaden? Nach Auskunft von Kai Haag (Provinzial Geschäftsstelle Haag und Haag, Pluwig), muss zunächst die jeweilige KFZ-Versicherung für Schäden aufkommen, die ein Halter durch sein versichertes Fahrzeug verursacht hat. Die Versicherung hat aber die Möglichkeit, Schäden, die aufgrund von Vorsatz oder Alkohol- und Drogeneinfluss des Halters verursacht worden sind, bis zu einer Gesamtsumme von 5000 Euro zurückzufordern. Extra: Pluwiger Sportplatz

Bereits seit dem Spätsommer ist der Pluwiger Sportplatz aufgrund einer Rundumsanierung für den Spiel- und Trainingsbetrieb gesperrt. Der Platz war zuvor so marode, dass die oberste Bodenschicht komplett abgetragen, erneuert und mit frischem Grün eingesät werden musste. Zudem sind Techniken miteingebaut worden, die für einen besseren Wasserabtransport und für eine insgesamt bessere Regeneration des Naturrasens sorgen.

Das Gesamtprojekt kostete die Gemeinden Pluwig und Gusterath jeweils rund 30.000 Euro. Erhebliche finanzielle Einbußen sind dem Verein entstanden. Zum einen mussten alle der DJK Pluwig-Gusterath zugehörigen Fußballteams mehr als vier Monate lang auf kostenpflichtigen Ausweichplätzen trainieren und spielen, zum anderen fehlten in dieser Zeit die Verkaufseinnahmen aus dem Sportlerheim. Neben dem Rasenplatz und dem dazugehörigen kleineren Hartplatz ist durch die immense Sachbeschädigung auch die Hoffnung der Fußballer, auf dem Platz pünktlich zur Rückrunde wieder spielen zu können, zerstört worden. Wie aufwendig, zeit- und kostenintensiv die Schadensbehebung sein wird, muss jetzt durch eine Baufirma abgeklärt werden. anf