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Gesundheit
Doch kein Seniorenwohnheim für Waldrach?

So langsam wächst Gras über die Sache. Auf dem Gelände in Waldrach am Ortsausgang Richtung Thomm sollte eine Seniorenresidenz entstehen. Danach sieht es derzeit nicht aus.
So langsam wächst Gras über die Sache. Auf dem Gelände in Waldrach am Ortsausgang Richtung Thomm sollte eine Seniorenresidenz entstehen. Danach sieht es derzeit nicht aus. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Harald Jansen
Waldrach. Die Pläne für ein Pflegeheim in Waldrach sind fertig. Zu sehen ist von der Anlage noch nichts. Das hat seinen Grund. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Für Biologen ist das Gelände unweit der Ruwer sicher eine wahre Fundgrube. Auf der Fläche rund um das ehemalige Café Lichtenthal in Waldrach am Ortsausgang Richtung Thomm lässt sich eindrucksvoll beobachten, wie sich die Natur ein ungenutztes Stück Land wieder zurückholt. Nur mit dem großen Hügel am Rand der Fläche scheinen sich die Pionierpflanzen nicht recht anfreunden zu können. Es sind die Überreste des Cafés, für das aktuell noch auf der ein oder anderen Seite im Internet geworben wird. Einen Steinwurf vom Schuttberg entfernt sollten jedoch eigentlich bald rund 100 Menschen leben. Tun sie aber nicht. Und werden sie offensichtlich in den kommenden Monaten auch nicht

Geplant war die Brache in dieser Form nicht. Mitte 2009 hieß es, dass ein Investor aus Karlsruhe daran Interesse habe, in Waldrach eine Senioren-Residenz mit 60 Wohneinheiten zu errichten. Ortsbürgermeister Heinfried Carduck sagte damals: „Dieses Projekt ist wichtig für die Waldracher.“ Die Lage sei optimal: „Mitten in der Natur und doch eingebunden.“ Die Bushaltestelle direkt vor der Tür biete eine Anbindung sowohl ins Dorf als auch nach Trier. Der Gemeinderat beschloss 2011 die Aufstellung eines Bebauungsplans, damit das Seniorenheim gebaut werden kann. Doch am Ende hat es offensichtlich irgendwo gehakt. Das Vorhaben wurde in der ursprünglichen Form nicht umgesetzt.

Anfang 2017 dann ein neuer Anlauf, für den sich laut Carduck besonders der erste Beigeordnete Reinhard Lichtenthal stark gemacht hat: Nun soll es der Konzern Orpea Deutschland richten, der in der Region die Zur-Buche-Seniorenzentren und die Einrichtung Hildegard von Bingen in Trier betreibt. Im vergangenen Jahr sagte Orpea-Pressesprecher Bernhard Rössler, dass ein Pflegeheim mit 60 bis 70 Plätzen für die stationäre Pflege und rund 20 Plätzen für die Tagespflege geplant sei. Zudem sollten bis zu 40 Appartements für betreutes Wohnen entstehen.

Gut ein Jahr später teilt Pressesprecher Rössler mit: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihnen auch heute noch keinen Termin für den möglichen Bau eines Pflegeheims in Waldrach nennen kann.“ Weitere Informationen sind keine zu bekommen. Etwas ergiebiger gestaltet sich die Nachfrage bei Ortsbürgermeister Heinfried Carduck. Der sagt, dass die Eigentümerin der Fläche den Bauantrag für das Seniorenheim zurückgezogen hat .

Wie es mit der Brache am Rande Waldrachs weitergeht, kann offensichtlich niemand so recht sagen. Jederzeit möglich wäre es, wenn ein anderer Investor das Gelände übernimmt und dort ein Seniorenzentrum auf die Brache baut. Er müsste sich nur an die Vorgaben des Bebauungsplans Kaulwies halten. Was nicht ohne Weiteres möglich ist, ist dort einen Supermarkt zu bauen oder Mehrfamilienhäuser zu errichten. Dafür müsste der Gemeinderat Waldrach erst den bestehenden Bebauungsplan ändern.

Auf der Internetseite der Orpea Deutschland ist weiterhin eine Ansicht des Waldracher Hauses unter der Rubrik Neubauprojekte zu sehen.
Auf der Internetseite der Orpea Deutschland ist weiterhin eine Ansicht des Waldracher Hauses unter der Rubrik Neubauprojekte zu sehen. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund