| 18:13 Uhr

Kinder
Staunen, anfassen und verstehen

Ab mit dem Apfel unter die Dusche: Anni Finnemann (links), die Mutter der Gastgeberin, erklärt einer jungen Besucherin beim Maus-Türöffner-Tag in Waldrach, wie die Apfel-Waschstation funktioniert.
Ab mit dem Apfel unter die Dusche: Anni Finnemann (links), die Mutter der Gastgeberin, erklärt einer jungen Besucherin beim Maus-Türöffner-Tag in Waldrach, wie die Apfel-Waschstation funktioniert. FOTO: Ursula Schmieder
Waldrach. Beim Maus-Türöffner-Tag in der Waldracher Scherfsmühle erkunden Kinder und Erwachsene, wie aus Äpfeln Saft wird. Eine Hoffnung erfüllt sich allerdings nicht.

Selbst, wer etwas früher kommt, zählt nicht zu den ersten Besuchern: Die sind schon eine halbe Stunde vor dem Start des bundesweiten Türöffner-Tags (Info-Box) der WDR-Sendung mit der Maus an der Scherfsmühle in Waldrach. Doch das Team des Familienbetriebes „Scherfs Viez- und Weinkellerei“ ist darauf eingestellt. Der Traktor, der die Äpfel auf die Waschstation kippt, ist ebenso startklar wie die Apfelpresse. Und während Kinder staunen, mit anpacken oder den Apfelberg hoch klettern, wird im Hof schon der erste frische Apfelsaft probiert.

Ina (5) entscheidet sich nach dem ersten Glas fürs Helfen. Mit einem verletzungssicheren Messer schält sie sorgfältig einen Apfel. An einem Tisch in der Nähe übt sich Ida (7) im Äpfel-Stapeln. Auch, wenn der Turm ihres kleinen Bruders höher ist als ihrer: Ida gefällt es wie allen anderen Kindern sehr gut beim Maus-Türöffner-Tag: „...weil es hier so viele Äpfel gibt und die so lecker schmecken.“ Und der Apfelsaft munde auch, bestätigt Luis (9), der alles ausprobiert, was möglich ist – vom Traktorfahren bis zum Schießen mit Pfeilen.

Auch die Erwachsenen sind begeistert. Claudia Willems aus Konz hat sich fürs Keltern entschieden, weil das was für ihre siebenjährige Tochter wie für ihren zweijährigen Sohn sei. Kinder könnten hier auch etwas anfassen und „die einzelnen Abläufe auch mehrmals angucken“, so dass sie sie besser verstehen könnten.

„Das ist toll, eine schöne Sache“, schwärmt Nicole Schmitt aus Trittenheim. Die Kinder lernten nicht nur, wie Apfelsaft gemacht werde, sondern auch, dass es Saft nicht nur in Tetra-Packs gebe. Der frische Saft schmecke „viel besser“, versichert Schülerin Seraphina. Robert Thum aus Trier probiert nicht nur den Saft, er schaut sich auch überall interessiert um. Er sei zum ersten Mal beim Apfelkeltern, erzählt er.

Eine Premiere ist der Türöffner-Tag auch für die Gastgeber Andreas Scherf und seine Ehefrau Tanja Finnemann, die bei der Veranstaltung von ihrer Familie unterstützt werden. Sie seien „totale Fans“ der Sendung mit der Maus und der Art, „wie die Kompliziertes aufdröseln“, begründet Andreas Scherf sein Engagement. Dass statt eines Filmteams Tanja Finnemann selbst an diesem Tag Fotos und Videos aufnimmt, um sie über ein Internetportal hochzuladen, finden sie in Ordnung. Es wäre zwar toll gewesen, wenn ein professionelles Team bei ihnen gedreht hätte. Aber auch so sei das eine nette Geschichte, für die ihr Betrieb, ein ehemaliges Weingut, optimale Voraussetzungen biete: „Bei uns ist alles sehr transparent und kindgerecht.“

Ihre Gäste, insgesamt 20 Kinder mit Eltern und Großeltern, konnten sich direkt über den Betrieb per E-Mail anmelden.