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Traumschleife Fünf-Täler-Tour - Naurather bauen Bänke, roden Strecken und heimsen 72 Punkte vom Wanderinstitut ein

FOTO: (h_hochw )
Naurath. 111 Traumschleifen beschreiben traumhaft schöne Wege rund um den Saar-Hunsrück-Steig. Die fünfte und letzte in der VG-Hermeskeil dürfen Wanderer in Naurath entdecken. Fünf-Täler-Tour hat Ortsbürgermeister Werner Weber sie getauft. 72 Punkte hat ihr das Deutsche Wanderinstitut verliehen. Der TV hat die Strecke erkundet. Verona Kerl

Naurath. Pssst! Leise. Auf dem lichtdurchfluteten Weg äst ein Reh. Unbeobachtet und sicher fühlt es sich, doch als die Kamera klickt, wirft es den Kopf herum und landet mit einem grazilen Sprung auf der anderen Seite des Weges im hohen Gras. Mit etwas Glück trifft der Wanderer hier, auf der Fünf-Täler-Tour rund um Naurath, auch Reinecke Fuchs und Meister Lampe. Zwei Milane kreisen über den Baumwipfeln und das Gezwitscher und Getschilpe der vielen Vögel im Wald klingt wie die eigentümliche Melodie dieses Waldes.

Wer die exakt 8,2 Kilometer der Traumschleife läuft, lernt seine Heimat neu zu lieben und wird nicht müde, die unerwarteten Wendungen dieses Wandersteigs zu bewundern. Zwar hat Wegewart Andreas Ludwig vom Verein Erholungsgebiet Hochwald an jeder Gabelung, jeder Biegung ein Hinweisschild "Fünf-Täler-Tour" platziert, dennoch ist höchste Aufmerksamkeit gefragt! Denn die Tour folgt keinen ausgetretenen Pfaden und breiten Schotterpisten, sondern ändert oft unerwartet die Route. Wer da zu viel plaudert, gerät schnell auf Abwege. Claudia Fuchs von der Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hermeskeil lächelt schelmisch: "Wer sich hier verläuft, ist wirklich selbst schuld."

Was wirklich jammerschade wäre. Denn nichts sollte sich der Wanderer auf dieser Tour entgehen lassen. Vom Wanderparkplatz aus führt der abwechslungsreiche Weg vorbei an Weiden und Bächen, dem Tal der kleinen Dhron und dem Bruchbachtal. Er schlängelt sich durch den Wald, ändert abrupt seine Richtung und lädt vor einer 24 Meter tiefen Schieferhöhle zum Rasten ein. Betreten auf eigene Gefahr! Eine der insgesamt drei Infotafeln gibt Auskunft über Entstehung, Nutzung und das darunter gelegene Friedenbachtal. Von nun an geht's bergab nach Naurath. An einem Schieferfelsen schmiegt sich das Schmuckstück der Ortsgemeinde: die Felsenkapelle aus dem 17. Jahrhundert. Gewidmet der heiligen Walpurga. Vorbei an Koppeln, auf denen zutrauliche Pferde ihre Köpfe über die Zäune recken, taucht der Pfad ein in einen Buchenwald, und führt bergab, immer bergab.
Unten fließt der Zulauf des Schastebaches, der dem dazugehörigen Tal seinen Namen gab. Felder von rotem Fingerhut säumen die Strecke immer wieder, die dann und wann grandiose Ausblicke auf den Hunsrück freigibt. Im Schastebachtal leben die Fledermäuse in einer Erzgrube, die allerdings von Gästen unbehelligt bleiben wollen. Eintritt in ihre Höhle verboten! Im Zickzack windet sich die Route nun durch Buchenwald, Wiesen und Wälder hinunter ins Spießbachtal, dem Ausgangspunkt entgegen.

Claudia Fuchs ist rundum zufrieden mit dieser fünften Traumschleife. Selbst gezimmerte Bänke laden zum Verweilen mit herrlichen Ausblicken ein, an unwegsamen Passagen helfen Handläufe aus Holz dem weniger trittsicheren Wanderer, und die Beschilderung samt Kilometeranzeige ist sichtbar und präzise. Es lässt sich unschwer erahnen, wie viel Arbeit dahintersteckt. "Die Naurather haben hier jede Menge Eigenleistung erbracht. Schon seit Monaten haben sie an den Wegen gearbeitet."

Und die Mühe hat sich bezahlt gemacht. Der Experte vom Deutschen Wanderinstitut hat der Fünf-Täler-Tour 72 von 100 Punkte verliehen. Claudia Fuchs ist mit diesem Ergebnis rundum zufrieden.Extra

Parken: Wanderparkplatz an der L 148 gleich gegenüber von Rüssels Landhaus oder Parkplatz am Bürgerhaus in Naurath (Wald) Strecke: 8,2 Kilometer Dauer: 2,5 Stunden Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel Besonderheiten: Fledermäuse in der Erzgrube im Schastebachtal, Felsenkapelle der heiligen Walpurga aus dem 17. Jahrhundert Beschaffenheit: Teilweise steile, schwierige und bei Regenwetter rutschige Passagen. Wanderschuhe und Trittsicherheit sind Voraussetzung. Einkehrmöglichkeiten: Hasenpfeffer in Rüssels Landhaus, Büdlicherbrück, Gaststätte Wilddieb mitten in Naurath. vkExtra

In der VG Kell gibt es die Hochwald Acht (65 von 100 möglichen Punkten) rund um Kell und Waldweiler, die Ruwer-Hochwald-Schleife bei Hentern (82 Punkte), den Greimerather Höhenweg (62 Punkte) und den Schillinger Panoramaweg (60 Punkte). In der VG Hermeskeil gibt es die Königsfeldschleife bei Rascheid/Geisfeld (84 Punkte), Frau Holle bei Reinsfeld (73 Punkte), den Rockenburger Urwaldpfad bei Beuren (71 Punkte) und die Dollbergschleife bei Neuhütten (65 Punkte). Die fünfte und letzte ist die Traumschleife Fünf-Täler-Tour bei Naurath/Wald (72 Punkte). ax/vk

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