| 13:14 Uhr

Spielen
Trier-Land spielt: Nur gemeinsam geht’s vorwärts

Mit Schwung auf die Erbse: Hier gilt es, im richtigen Moment die aus dem Schlauch kullernden Hülsenfrüchte mit dem Hammer zu treffen.
Mit Schwung auf die Erbse: Hier gilt es, im richtigen Moment die aus dem Schlauch kullernden Hülsenfrüchte mit dem Hammer zu treffen. FOTO: Martin Recktenwald
Trierweiler-Sirzenich. Bei den Parcoursaufgaben des Aktionstages „Trier-Land spielt“ kommt für Kinder keine Langeweile auf.

Aus Kindersicht können Sonntage manchmal schon ganz schön langweilig werden. Zuhause passiert nichts und wenn man Pech hat, schleppen einen die Eltern auf irgendeine Veranstaltung mit, die im Grunde nur für sie selbst interessant ist. Doch Langeweile hatte auf dem Reiterhof in Sirzenich keine Chance. Dort hieß es: „Trier-Land spielt“. Diese von einem Orga-Team aus Bürgern und Vereinen der Verbandsgemeinde erdachte Veranstaltung (der TV berichtete) fand zum ersten Mal statt.

Ein Parcours voller Aufgaben wartete auf die Besucher. An die berühmten zwölf Heldentaten des Herkules aus der griechischen Sage reichte die Herausforderung zwar noch nicht ganz heran. Aber Kraft, Ausdauer, Geschick und Köpfchen wurden auch bei den am Reiterhof aufgebauten Stationen deutlich auf die Probe gestellt. „Schnell, schnell. Du hast es schon fast halb voll“, feuerte die Menge einen Läufer an. Seine Aufgabe: Wasser aus einem Eimer mit einem Becher in ein rund zehn Meter entferntes Gefäß befördern.

Klingt einfach? Eine Wasserspur auf dem Boden bewies das Gegenteil. Gemeinerweise hatte der Becher nämlich jede Menge Löcher und so waren schon etliche Lauf-Runden nötig, um den Transport gegen die Uhr rechtzeitig abzuschließen.

Diesen Parcours, bei dem es unter anderem noch bei Dosen-Abwerfen, Blind-Angeln und Katapult-Schießen zu bestehen galt, konnten alle Besuchern nutzen. Vom Preis jeder Startkarte ging ein Euro als Spende an den Trierer Verein Nestwärme, der sich um die Pflege und Betreuung schwer kranker und behinderter Kinder kümmert. Zusätzlich gab es aber noch eine weitere Stufe der Herausforderungen: Vier Mannschaften traten zu einem mehrstündigen Wettbewerb an.

Die Jugendfeuerwehr Sirzenich stellte zwei der jeweils fünfköpfigen Gruppen, der Reiterhof ging mit einer Mädchen-Mannschaft ins Rennen und das Team „Wombats“ vervollständigte das Wettbewerberfeld. Schlüssel zum Sieg war bei diesen Spielen Teamwork. Besonders eindrucksvoll zeigte sich das an Aufgaben wie „Sommerski-Fahren“: Fünf steckten hintereinander in den Schlaufen des gleichen Skier-Paars. Vorwärts ging’s hier nur mit klaren Ansagen für die Beinarbeit: „Links, rechts, links!“ Wenn aber alle durcheinanderschrien und die Bewegungen nicht gemeinsam und gleichzeitig ausgeführt wurden, ging’s schnell abwärts in Richtung Hallenboden statt nach vorne aufs Ziel zu.

Bei den Mannschaftsspielen hatte am Ende das Team „Reitsportanlage Sirzenicher Hof“ die meisten Punkte auf dem Konto.

Auf den Plätzen zwei bis vier folgten die „Wombats“ und die beiden Gruppen der Jugendfeuerwehr.

Aus Sicht der Veranstalter haben aber alle Kinder durch „Trier-Land spielt“ etwas dazu gewonnen. „Wir sind total zufrieden. Es war den ganzen Tag richtig viel los“, zog Claudia Dick, Mitglied im Orga-Team und Pächterin der Reitsportanlage, eine Erfolgsbilanz. Eine Neuauflage sei in jedem Fall geplant, „Trier-Land spielt“ soll zu einer regelmäßigen Veranstaltung werden. Für die nächste Runde des von Bürgern und Vereinen getragenen Projekts wurde Unterstützung von Seiten der Verbandsgemeinde signalisiert. Der neu gewählte, angehende Bürgermeister Michael Holstein versicherte in seinem kurzen Grußwort, sich hierfür einzusetzen.