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Trier-Saarburger Piraten verlieren Vorstandsmitglied

Trier. Zu unkoordiniert, zu viel auf die Stadt Trier fixiert und ein verwässertes Profil: Mit scharfer Kritik hat der bisherige Beisitzer im Kreisvorstand der Trierer Piraten, der Informatiker Marc Salm aus Newel, am Montag seinen Rückzug aus dem Vorstand verkündet. Auch der Partei kehrt er den Rücken. Kim Björn Becker

Die Piratenpartei im Kreis Trier-Saarburg verliert erneut ein Vorstandsmitglied: Einen Tag nach dem Landesparteitag der Piraten im rheinhessischen Oppenheim gibt Marc Salm (36) aus Newel seinen Posten als Beisitzer im Kreisvorstand auf. Zugleich tritt er aus der Piratenpartei aus. Salm begründete den Schritt mit scharfer Kritik an der Arbeit des Kreisvorstands: Dort sei "keine wirklich konstruktive und produktive Arbeit mehr möglich", schrieb der Informatiker am Montag in seinem Weblog.

"Anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen, wurde in Vorstandssitzungen über völlig belanglose Dinge ewig diskutiert", kritisierte Salm. Die beim vergangenen Wahlparteitag im Juli getroffene Entscheidung, den Vorstand von fünf auf neun Mitglieder zu vergrößern, bezeichnete Salm als "enormen Fehler". Zugleich äußerte er seine "arge Enttäuschung" darüber, dass sich die Arbeit der Piraten fast nur auf die Stadt Trier konzentriere. Den Parteimitgliedern in der Stadt attestierte der Neweler einen "nicht vorhandenen Willen, über Trier hinaus zu denken".

Seinen Parteiaustritt begründet Salm mit inhaltlichen Differenzen, die insbesondere beim Landesparteitag am Sonntag zutage getreten seien. Einige der dort getroffenen Beschlüsse, etwa das Gymnasium in die Gesamtschule zu integrieren, könne er nicht mittragen; die Grundwerte der Partei gingen verloren.

Der Kreisvorsitzende der Trierer Piraten, der Informatiker Thomas Heinen, bedauerte den Rücktritt von Marc Salm. Dessen Kritik an der Vorstandsarbeit wies Heinen aber als "Missverständnis" zurück. Dass im Vorstand vorwiegend organisatorische Fragen erörtert würden, sei "die Aufgabe eines Piratenvorstandes, und nicht, politische Leitlinien festzulegen", sagte Heinen. Der von Salm kritisierte Fokus der Partei auf die Stadt Trier ergebe sich darüber hinaus "rein aus der Anzahl der aktiven Mitglieder, nicht aus einer absichtlichen Benachteiligung dieser Kreise". Zugleich räumte Heinen ein, dass der Versuch, die umliegenden Regionen durch eine Vergrößerung des Vorstands stärker einzubinden, "gescheitert" sei und warb für eine abermalige Verkleinerung desselben.

In Parteikreisen fand der überraschende Rücktritt Salms ein tendenziell positives Echo. "Die Gründe kann ich nur allzu gut nachvollziehen", schrieb ein früheres Vorstandsmitglied im sozialen Netzwerk Facebook. Ein anonymer Autor kommentierte die Rücktrittserklärung im Weblog und äußerte "Respekt für die klaren Worte. Leider kann ich dem nur zustimmen".

Es ist bereits der zweite Rücktritt eines erst im vergangenen Juli gewählten Vorstandsmitglieds. Anfang Oktober ist der politische Geschäftsführer der Partei, der Trierer Student Kevin Köhler, von seinem Amt zurückgetreten und begründete diesen Schritt damit, zu wenig Zeit für die Parteiarbeit aufbringen zu können. Seitdem ist der Posten, der erst im Juli neu geschaffen wurde, unbesetzt.