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Wirtschaft
Am See herrscht wieder Zuversicht

Geschäftsführerin Gabriele Becker kann nach erfolgreich überstandener Insolvenz am Triolago wieder optimistisch in die Zukunft schauen. Rechts Gastronomieleiter Patrick Pähler.
Geschäftsführerin Gabriele Becker kann nach erfolgreich überstandener Insolvenz am Triolago wieder optimistisch in die Zukunft schauen. Rechts Gastronomieleiter Patrick Pähler. FOTO: Albert Follmann
Riol. Das Insolvenzverfahren steht vor dem Abschluss, nachdem ein Investor Teile der Rioler Freizeitanlage übernommen hat. Die Unternehmerfamilie Becker bleibt im Geschäft und kümmert sich künftig um alles, was mit Wasser zu tun hat.
Albert Follmann

Knapp zwei Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (der TV berichtete) blickt man am Freizeitpark Triolago bei Riol wieder optimistisch in die Zukunft. Die M 13-Gruppe von Investor Michail Pessis hat das Hotel, den Gastronomiebereich und die Rodelbahn übernommen.

Pessis, unter anderem Inhaber der Firma R-Company in Trier, die mit Luxusautos handelt, hat in Riol Ewgenij Kon als Geschäftsführer eingesetzt. Pessis und Kon stammen aus Russland, leben aber schon länger in der Region Trier.

Die bisherige Betreiberfamilie Becker wird sich künftig im Wesentlichen auf die Bereiche Camping, Wohnmobil und das Badestrandgelände konzentrieren. Geschäftsführer sind Gabriele Becker und ihr Sohn Mario Becker.  Bereits vor einem Jahr hatten Mutter und Sohn die neue Triolago GmbH & Co. KG gegründet, Nachfolgegesellschaft der Becker Freizeitsee GmbH. Dass sich der Sanierungsprozess am Tri­olago danach noch ein Jahr hingezogen hat, obwohl der neue Gesellschafter schon parat stand, lag nicht zuletzt an Verhandlungen mit der Gemeinde Riol. In deren Besitz sind der See und der Uferbereich mit den Wegen.

„Ich bin froh über die Entwicklung”, sagt Gabriele Becker, „es waren schwierige Verhandlungen, die wir aber erfolgreich zu Ende geführt haben.” Sie räumt ein, dass der Hotelbetrieb ihre Firma in finanzielle Schieflage gebracht hat. „Darin kannten wir uns nicht aus.” Den Campingplatz betreiben die Beckers schon seit mehr als 30 Jahren. Die Insolvenz des Freizeitparks war auch deshalb entstanden, weil man bei der Auskiesung am Grund des Sees auf massiven Mineralbeton gestoßen war und deshalb die Kosten explodierten.

Nun kümmert sich die Familie also weiter um Camping- und Badbetrieb. Fußballgolf und Wasserskibahn sind verpachtet. Die neuen Pächter sind auch die alten. Die Rodelbahn haben die Beckers von dem neuen Gesellschafter, der M 13 GmbH, zurückgepachtet. Dieser übernimmt neben dem Hotel und dem Restaurant auch die Ferienhäuser. Das Hotel soll um eine Saunalandschaft erweitert werden.

Der Investor bringe durch seine Finanzkraft wieder wirtschaftliche Stabilität in den Park,  sagt der Trierer Rechtsanwalt Thomas B. Schmidt, der das Insolvenzverfahren begleitet hat. „Ich bin zuversichtlich, dass der Triolago damit langfristig auf gesunde Füße gestellt worden ist.” Federführend für die Umsetzung des Sanierungskonzepts war Rechtsanwältin Christine Frosch, die das Trierer Büro der Wirtschaftskanzlei dhpg leitet. „Wir freuen uns, eine zukunftsfähige Lösung für alle Beteiligte gefunden zu haben“, so Frosch. Mit der Investorensuche hatte sie die in Trier ansässige Mentor AG beauftragt.

Auf Initiative der Insolvenzverwalterin war vor 18 Monaten auch der Koch Patrick Pähler zu den Beckers gestoßen. Er wird auch unter Geschäftsführer Kon für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. Laut Pähler wurde schon unter der Becker-Ägide in der Gastronomie einiges verändert, um auch über die Wintermonate für die Kunden attraktiv zu bleiben. Im Frühjahr und im Sommer habe man ohnehin „die Bude voll”.