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Kommunalpolitik
Trotz Miesen: Der Kämmerer sieht Schweich auf einem guten Weg

410 Seiten stark und über ein Kilo schwer ist der Haushaltsplan der Stadt Schweich 2018.
410 Seiten stark und über ein Kilo schwer ist der Haushaltsplan der Stadt Schweich 2018. FOTO: Albert Follmann
Schweich. Der Stadtrat befasst sich morgen mit dem Haushalt für das Jahr 2018. Dank verlässlicher Steuereinnahmen sind viele Investitionen möglich. Das meiste Geld fließt in den Straßenbau.
Albert Follmann

Was ist 410 Seiten dick und wiegt mehr als ein Kilo? Nein, es ist kein dicker Romanschinken von Dostojewski. Diese Gardemaße weist vielmehr der Haushaltsplan der Stadt Schweich für das Jahr 2018 auf. Der Stadtrat wird sich am morgigen Donnerstag mit dem Zahlenwerk befassen (ab 19 Uhr im Bürgerzentrum).

Kämmerer Kurt Dixius von der Verbandsgemeinde Schweich hat den Plan in den vergangenen Wochen federführend erstellt. Er ist zufrieden mit den Zahlen, obwohl der Ergebnishaushalt, in dem alle Aufwendungen und Erträge analog einer kaufmännischen Gewinn- und Verlustrechnung aufgelistet sind, mit Miesen abschließt. 9,4 Millionen Euro Einnahmen und 9,67 Millionen Euro Ausgaben, das ergibt unter dem Strich ein Defizit von 270 000 Euro.

Streng genommen müsste die Stadt Schweich die Steuern und Gebühren erhöhen, um den Haushalt ausgleichen zu können. Aber das haben die Stadtväter erst vor zwei Jahren schweren Herzens auf Druck der Aufsichtsbehörde, der Kreisverwaltung, getan (der TV berichtete). Diese Mehrbelastungen seien den Bürgern kein weiteres Mal zuzumuten, hatte Stadtbürgermeister Lars Rieger vor Jahresfrist unmissverständlich deutlich gemacht.

Kämmerer Dixius sieht Schweich trotz des Fehlbetrags im aktuellen Etat insgesamt auf einem guten Weg. Das gibt Rückenwind für die vielen Investitionen, die sich die Stadtverwaltung in den kommenden Jahren vorgenommen hat (siehe Info). Schweich verfüge über Rücklagen von voraussichtlich 1,35 Millionen Euro zum Jahresende 2018 und benötige keine neuen Kredite, so der Kämmerer. Die Steuereinnahmen seien sehr konstant und damit verlässlich.

Dank stark wachsender Bevölkerung (rund 8000 Einwohner derzeit) erwartet die Stadt ein Plus am Einkommensteuer-Anteil. 2018 sollen knapp drei Millionen Euro fließen. Etwa 900 000 Euro nimmt Schweich an Grundsteuer B  (für bebaute Grundstücke) ein. Die Grundsteuer A (unbebaute Grundstücke) beläuft sich auf 20 000 Euro. Einbußen von etwa 140 000 Euro gegenüber dem Vorjahr sind bei der Gewerbesteuer zu erwarten. Dennoch stehen hier knapp 1,5 Millionen Euro auf der Einnahmeseite. Das sei ordentlich, meint Kämmerer Dixius. Durch seine vielen mittelständischen Betriebe habe Schweich relativ konstante Einnahmen. Städte mit Großbetrieben seien wesentlich stärkeren Schwankungen bei der Gewerbesteuer unterworfen.

Zum Jahresende 2017 lag die Verschuldung von Schweich bei 4,75 Millionen Euro, das entspricht etwa 600 Euro pro Kopf der Bevölkerung.

An der neuen Kita der Lebenshilfe wurde ein Fußgängerüberweg angelegt. Auch der Kreisel im Hintergrund soll fußgängerfreundlicher gestaltet werden.
An der neuen Kita der Lebenshilfe wurde ein Fußgängerüberweg angelegt. Auch der Kreisel im Hintergrund soll fußgängerfreundlicher gestaltet werden. FOTO: Albert Follmann