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Feuerwehr
Große Debatte über kleine Busse

Der noch weiße neue Mannschaftstransporter mit seinem Vorgänger am Pluwiger Feuerwehrhaus.
Der noch weiße neue Mannschaftstransporter mit seinem Vorgänger am Pluwiger Feuerwehrhaus. FOTO: Friedhelm Knopp
Waldrach/Pluwig. Bisher hat es keine klare Linie gegeben. Ab 2020 sollen in der Verbandsgemeinde Ruwer Mannschaftstransporter der Feuerwehren durch die VG unterhalten und gefördert werden. Von Friedhelm Knopp

Feuerwehrauto ist nicht gleich Feuerwehrauto – besonders wenn es um die Anschaffungskosten geht. Ein Problem, mit dem sich der Verbandsgemeinderat Ruwer in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch ausführlich befassen musste. Die nicht ganz emotionsfreie Debatte endete mit einem Grundsatzbeschluss über die Förderung von Mannschaftstransportfahrzeugen (MTF) durch die Verbandsgemeinde (VG). Die Kleinbusse gelten nicht als taktische Fahrzeuge wie Löschautos oder Drehleitern, die von der VG grundsätzlich gefördert werden müssen.

Auslöser war ein Antrag des Fördervereins der Feuerwehr Pluwig, in dem die VG um Förderung beim Kauf eines neuen MTF gebeten wird. Der Wagen soll sowohl für die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr als auch für konkrete Ernstfalleinsätze genutzt werden. Der alte Kleinbus (Marke VW) steht noch einsatzbereit vor dem Pluwiger Feuerwehrhaus. Direkt daneben parkt der bisher nicht zugelassene Ford-Nachfolger, der noch in Weiß auf seine Umrüstung zum Feuerwehrfahrzeug wartet. Dazu der Beschlussvorschlag auf Empfehlung des Hauptausschusses: Eine Zuwendung für den Kauf eines MTF durch den Förderverein Pluwig ist abzulehnen. Die Verwaltung soll beim Kreis Trier-Saarburg fordern, dass die Beschaffung von MTF in die Förderung aufgenommen wird.“ Bürgermeisterin Stephanie Nickels erläuterte die Hintergründe. Danach haben die Fördervereine in der VG alle fünf vorhandenen MTF selbst angeschafft. Klare Regeln gibt es dazu nicht. Und die benachbarten VG fördern diese Kleinbusse  unterschiedlich. Nickels: „Da die VG Ruwer bisher in keinem Fall die Anschaffung eines MTF gefördert hat, sollte auf Empfehlung des Hauptausschusses auch dieser Antrag aus Gründen der Gleichbehandlung abgelehnt werden.“

Dem folgte einer weitere Beschlussvorlage, nach der die VG ab 2019 die Unterhaltskosten der vorhandenen fünf Fahrzeuge zu 100 Prozent übernehmen sollte, was jährlich rund 4200 Euro zu Buche schlagen würde.

Grundsätzlich waren sich die Fraktionen einig, dass diese Kleinbusse im ländlichen Raum nicht nur den Jugendfeuerwehren dienten, sondern bei Alarmen nötig seien, um später anrückende Kräfte sicher zum Einsatzort zu bringen, da „eine Anfahrt im eigenen PKW hohe Risiken in sich birgt und unerwünscht ist“.

Den Zug für seine Gemeinde abgefahren sah Pluwigs Ortsbürgermeister Alfred Bläser: „Da wurde uns die Fusion der Wehren Gusterath und Pluwig mit großen Förderungsversprechen schmackhaft gemacht, aber schon der erste Antrag wird abgelehnt.“ Dem folgten zwei Abstimmungen: Mit elf Ja-Stimmen, acht Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde die Förderung des Pluwiger Fahrzeugkaufs abgelehnt.

Einstimmig beschloss der Rat, ab 2019 den Unterhalt der MTF zu 100 Prozent zu übernehmen. Und grundsätzlich solle ab 2020 mit der Fortschreibung des Feuerwehrkonzepts auch der Neuerwerb von Feuerwehrkleinbussen gefördert werden, sofern sie den technischen Feuerwehrrichtlinien des Landes Rheinland-Pfalz entsprechen. Gleichzeitig soll die Verwaltung beim Kreis auf die Förderung dieses Fahrzeugtyps hinwirken. Bürgermeisterin Nickels: „Die Sache wird beim Kreis bereits geprüft.“