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Vernünftige Internet-Nutzung ist Erziehungssache

Zu Beginn der Geocaching-Aktion gibt Referent Torsten Schneider (Zweiter von rechts) am Ausgangspunkt in Farschweiler erste Tipps zur Nutzung der GPS-Geräte. Mit im Bild ist Schulsozialarbeiterin Silke Meyer-Henter (ganz rechts). TV-Foto: Anja Fait
Zu Beginn der Geocaching-Aktion gibt Referent Torsten Schneider (Zweiter von rechts) am Ausgangspunkt in Farschweiler erste Tipps zur Nutzung der GPS-Geräte. Mit im Bild ist Schulsozialarbeiterin Silke Meyer-Henter (ganz rechts). TV-Foto: Anja Fait
Waldrach. Zu insgesamt sieben Veranstaltungen in Sachen Medienkompetenz hatten Jugendpflege und Schulsozialarbeit der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer in den vergangenen Wochen eingeladen. Während die Elternabende nur wenig Anklang fanden, waren sämtliche Computerschulungen für Kinder ausgebucht. Anja Fait

Waldrach. Gleich drei Medienkompetenz-Informationsabende für Eltern hatten Jugendpflege und Schulsozialarbeit der Verbandsgemeinde Ruwer in den vergangenen Wochen im Waldracher Rathaus angeboten (der TV berichtete). Während an der Veranstaltung für Eltern von Grundschulkindern insgesamt nur sechs Erwachsene Interesse zeigten, musste der gleiche Info-Abend für Eltern von Kindern ab zehn Jahren mangels Interesse gleich ganz abgesagt werden. Genau eine Lehrerin war gekommen, um sich mit Referentin Bettina Löchel von der Trierer Beratungsstelle Die Tür über "gute und schlechte Seiten" des Internets zu unterhalten.
Mit fünf Teilnehmern ebenfalls nur sehr dürftig besucht war der Eltern-Infoabend Cybermobbing. "Die Resonanz auf die angebotenen Veranstaltungen für Eltern war tatsächlich sehr gering", sagt Schulsozialarbeiterin Silke Meyer-Henter. "Wir vermuten, dass es daran liegt, dass diese Infoabende erst vor kurzem bereits in Osburg und in Mertesdorf angeboten wurden. Dort waren die Veranstaltungen jeweils sehr gut besucht", sagt sie. Und: "Dadurch, dass bei uns so wenige Leute waren, ergaben sich hier aber auch jeweils hochinteressante Gesprächsrunden." Als Fazit hätten die Eltern mit nach Hause genommen, dass es zum Großteil eine Erziehungsfrage ist, wie der Nachwuchs mit dem Internet umgeht, berichtet Silke Meyer-Henter. "Eltern sollten sich immer wieder fragen Wie konsequent bin ich?` und Wie gut habe ich mein Kind und sein Tun im Netz im Blick?`", sagt sie. Wichtig sei auch, liebevoll Konsequenzen zu ziehen, wenn der abgesprochene Rahmen mal überschritten werde. Sehr positiv angenommen wurden hingegen die von der VG angebotenen Veranstaltungen für Kinder. Alle drei Medien-Schulungstermine waren mit jeweils zwölf Teilnehmern ausgebucht. "Hier standen sogar bis zu zehn Namen auf den Wartelisten", sagt Silke Meyer-Henter. "Besonders der Trickfilm-Workshop ist gut bei den Kindern angekommen", meint sie und erzählt, dass die Mädchen und Jungen hier nicht nur selbst Kulissen bauen, sondern auch die passenden Drehbücher dazu schreiben durften. Aus Hunderten von Einzelbildern entstand so später ihr ganz eigener Star-Wars oder Cowboyfilm." Bei "Check the web" und "Check the games" lernten die jungen Interessierten zudem einiges über das richtige Verhalten in den sozialen Netzwerken und über das Spielen im Internet. Abschluss der Medienkompetenz-Veranstaltungsreihe war eine Geocaching-Aktion für Familien. Hierdurch wollen die Pädagoginnen eine Möglichkeit aufzeigen, wie man die moderne Technik auch mal gemeinsam mit seinen Lieben in der freien Natur einsetzen kann. An der elektronischen Schatzsuche mit Referent Torsten Schneider zeigten sich insgesamt drei Familien interessiert.
Extra

Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest seit 1999 regelmäßig eine Basisstudie zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern (sechs bis 13 Jahre) durch. Im Rahmen dieser KIM-Studie (Kinder und Medien) werden jeweils rund 1200 Kinder und deren Mütter befragt. Der KIM-Studie 2012 zufolge nutzen insgesamt 62 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen zumindest selten das Internet. Erfahrungen im Netz gesammelt hat der Studie zufolge aber auch schon ein Fünftel aller Sechs- und Siebenjährigen. Mit dem Älterwerden der Kinder steigt der Anteil der Internetnutzer außerdem deutlich an, so dass in der Altersgruppe zwölf bis 13 Jahre ganze 93 Prozent der Befragten zu den Internetnutzern zählten. Auch im Jahr 1999 hatte bereits jedes zweite Kind (sechs bis 13 Jahre) Erfahrung mit dem Computer gesammelt. Kontakt mit dem Internet hingegen gaben nur 13 Prozent der Befragten an. anf