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Mobilität
VG-Rat kritisiert: Kein Anschluss von der Höhe ins Ruwertal

Die Haltestelle Osburger Markt: Ein-Stunden-Takt und schnelle Fahrt nach Trier. Wer aber von hier ins nahe Waldrach will, hat Pech.
Die Haltestelle Osburger Markt: Ein-Stunden-Takt und schnelle Fahrt nach Trier. Wer aber von hier ins nahe Waldrach will, hat Pech. FOTO: Friedhelm Knopp / TV
Waldrach. Der VG-Rat Ruwer fordert die Rückkehr zur direkten Busanbindung der Gemeinden im vorderen Hochwald an das Ruwertal.

Die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Ruwer fordern für Gemeinden wie Osburg und Waldrach direkte Busverbindungen in die Nachbardörfer. Denn eine Fahrplanumstellung im Dezember 2017 brachte für die ÖPNV-Nutzer in Osburg und Waldrach eine Verbesserung und eine Verschlechterung zugleich.

Die Linie R 200 Trier-Türkismühle durchquert nicht mehr das Ruwertal, sondern nimmt die schnellere Variante über die Schnellstraße. Dadurch sind die Fahrtzeiten von und nach Trier erheblich kürzer geworden. Doch wer mit dem Bus von Osburg nach Waldrach fahren will, muss eine kleine Tagesreise in Kauf nehmen: Zunächst geht es über die Schnellanbindung zum Trierer Hauptbahnhof. Dort heißt es Umsteigen auf einen SWT-Bus Linie 30 zur Fahrt in die entgegengesetzte Richtung über Trier-Nord und Ruwer bis nach Waldrach.

Die Rückfahrt von Waldrach noch Osburg führt dann wieder über den Umweg zum Hauptbahnhof und von dort mit der R 200 nach Osburg. Gespräche des TV mit Fahrgästen an der Haltestelle Osburger Markt zeigten unterschiedliche Sichtweisen. Wer nur die Hauptrichtung Trier im Auge hat, freut sich über die neue schnelle Anbindung ohne „Herumgekurve durchs Ruwertal“. Wer aber von Osburg nach Waldrach oder Mertesdorf will, sieht sich vom ÖPNV „abgehängt“. Und Busnutzer in Farschweiler müssen zunächst vom Ort hoch an die Haltestelle Sternfeld an der Hauptstraße laufen, weil die Busse den Ort über Tag nicht direkt anfahren. Gut finden alle den zuverlässigen und ganztägigen Ein-Stunden-Takt. Die Gemeinden des vorderen Hochwalds hatten sich daher die Verwaltung gewandt und um Unterstützung gebeten.

Auch bei einer Ortsbürgermeisterbesprechung im Januar war die Fahrplanumstellung ein Thema. In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates lag den Fraktionen nun ein entsprechender Resolutionsentwurf zur Abstimmung vor. Er richtet sich an den Kreis Trier-Saarburg, die Kreistagsfraktionen und an den Zweckverband Verkehrsverbund Trier (VRT).

Darin heißt es: „Mit dem Fahrplanwechsel hat sich die ÖPNV-Situation für die Gemeinden im vorderen Hochwald weiter verschlechtert. Insbesondere die Verbindungen ins Ruwertal wurden nahezu völlig gekappt. Die Verwaltung, Ärzte und Geschäfte in Waldrach sind für Menschen aus dem vorderen Hochwald ohne eigenes Fahrzeug kaum noch zu erreichen. Die derzeitigen Umwege bedeuten einen erheblichen Zeitaufwand und sind mit unverhältnismäßig hohen Mehrkosten verbunden. Im Rahmen der Fortschreibung des lokalen Verkehrswegeplans fordert die Verbandsgemeinde Ruwer eine direkte Verbindung innerhalb ihrer einzelnen Einzugsbereiche. Die Resolution wurde vom Rat einstimmig beschlossen.

Die CDU-Fraktion hatte zusätzlich beantragt, das Thema „ÖPNV“ in enger Zusammenarbeit mit den Ortsgemeinden anzugehen. Zwar fallen Betrieb und Organisation des ÖPNV nicht in die Zuständigkeit der Verbandsgemeinden, doch nach Auffassung von CDU-Fraktionschef Reinhard Lichtenthal müsse auch das Umfeld des Linienbetriebs entsprechend attraktiv und nutzerfreundlich beschaffen sein. Dazu zählten etwa überdachte und beleuchtete Wartehäuschen, barrierefreie Einstiegsmöglichkeiten und ausreichende kostenlose Parkplätze in der Nähe stark frequentierter Haltestellen.

Lichtenthal: „Es reicht nicht aus, Buslinien von A nach B einzurichten. Auch wir und unsere Gemeinden müssen einen Beitrag leisten, dass diese Linien auch angenommen werden.“ Durch Mehrheitsbeschluss beauftragte der Rat die Verwaltung, ein Konzept für gezielte Verbesserungen an den Haltestellen zu erarbeiten. Ziel sei es, bei den Bürgern eine höhere Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft des ÖPNV zu erreichen.