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Viel befahrene B49-Überführung in Igel: 16 Tage Vollsperrung

Igel. Ein spektakuläres Bauprojekt auf der stark befahrenen B 49 Trier-Wasserbilligerbrück: Wegen Gleisarbeiten der Bahn muss die B-49-Bahnüberführung am Ortsausgang von Igel komplett ersetzt werden. Für die Autofahrer heißt dies: Mindestens 16 Tage Vollsperrung im Frühjahr 2013. Friedhelm Knopp

Igel. Der geplante Gleisausbau zwischen Igel und dem Landgasthaus Löwener Mühle (der TV berichtete) wirft seine Schatten voraus. Die Bahnarbeiten werden auch Auswirkungen auf die parallel zu den Schienen verlaufende B 49 von Trier nach Wasserbilligerbrück haben. Diese Strecke wird insbesondere durch den Tanktourismus nach Luxemburg stark belastet. Das Problem ist die B-49-Bahnüberführung am Ortsausgang von Igel in Richtung Luxemburg. Die 1956 aus Stahlbeton errichtete Brückenkonstruktion war von ihren Erbauern nur für die darunter verlaufende eingeleisige Bahnstrecke konzipiert worden. Niemand glaubte vor 56 Jahren, dass jemals ein Ausbau der Strecke gewollt sein könnte. Nun steht der mittlere Fuß der Brücke genau dort, wo künftig die Trasse des zweiten Gleises verlaufen soll. Gelöst werden kann das Problem nur durch den Abriss der alten Brücke und einen kompletten Neubau. Die Kosten dafür werden rund 3,7 Millionen Euro betragen. Im Herbst 2012 beginnen unterhalb der Brücke die Vorarbeiten. Dabei werden nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier eine Zufahrt und Arbeitsflächen für die künftige Baustelle angelegt.
Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz wird die Bahn AG die Kosten tragen müssen, da sie durch ihren Gleisausbau den Anlass für den Brückenneubau setzt. Für Planung und Bau der Anlage ist nach dem Gesetz hingegen immer derjenige zuständig, dessen Verkehrsweg bei der Bahn-Straße-Kreuzung oben liegt. In Igel liegt die Bundesstraße oben und die Schiene liegen unten - die Federführung bei Planung und Bau hat demnach der zuständige LBM Trier.
Keine örtliche Umgehung


Das Projekt "Bahnüberführung Igel" stellt die Experten vom LBM jedoch vor eine besondere Aufgabe: Täglich rollen in beiden Richtungen Tausende Fahrzeuge über die Brücke - PKW ebenso wie Schwerlastverkehr und Busse des öffentlichen Nahverkehrs. Zudem gibt es keine Möglichkeit, die Brücke örtlich zu umgehen.
Um die Zeit einer Vollsperrung so kurz wie möglich zu halten, haben sich die Planer eine besondere Technik einfallen lassen: Der tragende Rahmen der neuen Brücke wird zunächst auf einer freien Fläche zwischen Bahntrasse und Moselufer gebaut. Nach dem Abriss der alten Brücke kann dann der neue Brückenrahmen in verhältnismäßig kurzer Zeit über die Bahnstrecke und von dort auf die noch vorhandenen Widerlager der ehemaligen Brücke geschoben werden. Dazu auf Anfrage der stellvertretende Leiter der LBM-Dienststelle Trier, Hans-Michael Bartnick: "Während dieser Aktion im April/Mai 2013 wird für voraussichtlich 16 Tage eine Vollsperrung der B 49 unausweichlich sein. Planung und Ausschreibung sind auf den ebenfalls geplanten Neubau der Moselbrücke Grevenmacher abgestimmt. Wir wollen unter allen Umständen eine gleichzeitige Sperrung beider Brücken vermeiden."
Während der Sperrung werde den Verkehrsteilnehmern empfohlen, Igel großräumig zu umgehen. Auch der Bahnbetrieb müsse dann eingeschränkt werden.
Die Ortsgemeinde Igel lädt am Montag, 27. Februar, 19 Uhr, alle Interessierten zu einer Infoveranstaltung über die Baumaßnahmen ins Bürgerhaus an der Trierer Straße ein. Es werden Vertreter der Bahn AG und möglicherweise auch LBM-Vertreter anwesend sein.
Extra

Durch den Bau des zweiten Gleises soll ein rund 1,8 Kilometer langer Schienenengpass zwischen dem Bahnhof Igel und dem Landgasthaus Löwener Mühle geschlossen werden. Der Ausbau war 2009 mit 19 Millionen Euro veranschlagt worden und ist verkehrspolitisch umstritten. Viele Bahnexperten erwarten durch das zweite Gleis keine spürbare Fahrzeitverkürzung zwischen Trier und Luxemburg. Bereits 2009 war das Projekt im Rahmen des Konjunkturprogramms des Bundes angekündigt worden. Bis spätestens 2012 sollte die Strecke durchgängig zweigleisig sein. Doch schon 2010 kam der Rückzieher der Bahn, die das Projekt wegen fehlender Mittel wieder strich. 2011 wurden die Planungen erneut aufgenommen - insbesondere, weil Luxemburg daran interessiert war und im Oktober 2011 ein Abkommen über eine Kostenbeteiligung von acht Millionen Euro unterzeichnete. Die Arbeiten sollen 2013 beginnen - die Kosten werden jetzt mit 19,6 Millionen Euro veranschlagt. f.k.