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Viele Stimmen für die Kerscher Kirche

Sein 120-jähriges Bestehen feiert der Kirchenchor "Cäcilia" Wintersdorf-Kersch am 23. und 24. September. Seit 25 Jahren musikalischer Leiter ist Willi Pallien (vorne, Mitte). Foto: Ludwig Hoff
Sein 120-jähriges Bestehen feiert der Kirchenchor "Cäcilia" Wintersdorf-Kersch am 23. und 24. September. Seit 25 Jahren musikalischer Leiter ist Willi Pallien (vorne, Mitte). Foto: Ludwig Hoff
WINTERSDORF-KERSCH. Ein nicht alltägliches Jubiläum steht den Wintersdorfern "ins Haus": Der Kirchenchor Wintersdorf-Kersch wird 120 Jahre alt. Dem Anlass gemäß feiert der Chor am 23. und 24. September im Gemeindehaus. ARRAY(0xec2acb0)

Ein hoher kirchlicher Feiertag ohne den Gesang des Kirchenchors während der Gottesdienste ist kaum vorstellbar. Zum Beispiel an Ostern oder Weihnachten: Nur durch die Mitwirkung des örtlichen Kulturträgers schlechthin wird der Festtag zu einem solchen. Aber auch bei weltlichen Anlässen zählt der Chor zu den Aktivposten, und das seit vielen Jahrzehnten. 1886 schlug die Geburtsstunde des Kirchenchors, der im Ortsteil Kersch als reiner Männerchor gegründet wurde. Von dieser Vorgabe ist heute nichts mehr übrig geblieben. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der in Wintersdorf tätige Lehrer Ixfeld, als er in den 20er-Jahren den Chor für Frauen öffnete, wie Chronist Bodo Bölkow weiß. Besagter Lehrer war 47 Jahre Dirigent des Chors, der jetzige Chorleiter Willi Pallien (79) steht den Sängern seit 25 Jahren vor. Vorsitzender Hans-Jürgen Premm: "Unser Chorleiter ist trotz seines Alters noch aktiv und rüstig genug, um allen 28 Sängerinnen und Sängern etwas beizubringen." Einzige Sorge: Der fehlende Nachwuchs

Einzige Sorge, die den Vorsitzenden mitunter quält, ist der immer weiter ansteigende Altersdurchschnitt der Chormitglieder. "Nachwuchs täte uns gut", sagt der Vorsitzende. Ein Manko tue sich mehr und mehr bei den Männerstimmen auf, weshalb dieser Part teils von Frauenstimmen übernommen werden müsse. Vielleicht beflügele ja das anstehende Jubiläumsfest den einen oder anderen, dem Kirchenchor als aktives Mitglied beizutreten. Ihr Singen verstehen die sangesbegeisterten Frauen und Männer als "ein gemeinsames Erlebnis" für jeden Einzelnen. Nicht nur das Singen allein scheint bei den Akteuren eine große Rolle zu spielen. Großen Wert legt man auf die Pflege der Geselligkeit. In diese Kategorie fällt auch der jährliche Chorausflug oder die beliebte, traditionelle Nikolausfeier. Was bei anderen Kirchenchören der Cäcilientag, sei bei ihnen eben die Nikolausfeier: "An diesem Tag kommen wir anderen Chören und ihren Festen nicht ins Gehege", unterstreicht der Vorsitzende die Kooperationsbereitschaft. Ein ebenfalls nicht alltägliches Ereignis ging mit dem 110-jährigen Chor-Bestehen vor zehn Jahren einher. Für seine Verdienste in der langen Geschichte wurde dem Chor die Palestrina-Medaille verliehen - eine Ehre, die nur wenigen Kirchenchören zuteil wurde. 1986 war ebenfalls ein wichtiges Jahr, nicht nur, weil das 100-jährige Bestehen gefeiert wurde: Der Kirchenchor wurde ein eingetragener Verein. Per Dekret festgehalten ist die Verpflichtung, regelmäßige Übungsstunden abzuhalten. Zu denen kommen die Sängerinnen und Sänger jeweils montags von 20 Uhr bis 22 Uhr zusammen. Die Festtage am 23. und 24. September beginnen am Samstag um 20 Uhr im Gemeindehaus mit Gesang, unter anderem von Gastchören. Weiterhin werden Mitglieder geehrt. Den Festgottesdienst am Sonntag gestaltet der Kirchenchor Schweich. Anschließend ist ein Frühschoppenkonzert im Gemeindehaus mit dem MV Wintersdorf. Nach dem Mittagessen gibt es ein Ehrensingen. Zum Ausklang spielt das Mandolinenorchester Wintersdorf.