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Vorsicht Satire! Jahr 2016 im Landkreis Trier-Saarburg - Die dicke Trespe sorgt für neuen Windkraft-Wirbel

Saarburg/Schweich/Konz. Es mag ja sein, dass einige Dinge für 2016 feststehen: Es gibt 366 Tage, eine Landtagswahl, und Deutschland wird Europameister. Das, was sonst noch alles geschehen wird, hat die TV-Redaktion schon einmal zusammengefasst.

Saarburg/Schweich/Konz. Mehr oder weniger unbeschadet haben die Menschen im Landkreis Trier-Saarburg den Jahreswechsel hinter sich gebracht. Viele haben frei und denken wahrscheinlich nur am Rande an die kommenden Aufgaben. Damit jeder entsprechend gerüstet ist, hier die Vorschau auf die kommenden zwölf Monate.

Januar: Trotz verzweifelter Gegenwehr übernehmen die Narren die Rathäuser. Bürgermeisterin Christiane Horsch (Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße) nutzt die freie Zeit, um eine Liste zu erstellen. Die enthält die Namen aller Gemeinden, die künftig zur VG gehören wollen. Neben Büdlich, Breit und Heidenburg aus der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf wollen auch Baldringen und Greimerath wechseln. Letztere gehören noch zur Verbandsgemeinde Kell am See. In einer Presseerklärung der beiden Gemeinden heißt es, dass die Tage ihrer bisherigen VG ja gezählt seien. Zudem sei der Namenszusatz "Kell am See" ein ähnlicher Zungenbrecher wie "an der Römischen Weinstraße".

Februar: Zwei Nachrichten schlagen ein wie eine Bombe: Auf dem Sandkopf bei Neuhütten - dem mit 757,4 Meter über dem Meeresspiegel höchsten Punkt im Landkreis - schneit es. Für eine halbe Stunde.
Außerdem gibt Günther Schartz bekannt, dass er in den Bundestag will. Er begründet dies mit der Familientradition. Bereits sein Vater gehörte dem Parlament an. Wie nicht anders zu erwarten, wechselt Karl-Heinz Frieden von Konz nach Trier an den Willy-Brandt-Platz, um von dort aus die Geschicke des Kreises zu lenken.

März: Aufgrund des Wechsels von Karl-Heinz Frieden ist im Anschluss auch die große Stunde von Sascha Gottschalk gekommen. Der immergrüne Herausforderer Friedens wird neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz. Weitere Bewerber hat es nicht gegeben. Gewählt wird auch der rheinland-pfälzische Landtag.

April: Das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel im Kreis lässt zwei kommunalpolitische Urgesteine nicht kalt. Dieter Schmitt (Fisch) und Hugo Kohl (Leiwen) wollen es noch einmal wissen. Gemeinsam bieten sie Volkshochschul-Kurse für Kommunalpolitiker an. Die Veranstaltungen "Mit Zwischenrufen gegen den Sitzungsschlaf" und "Was interessieren mich Fraktionsabsprachen?" kommen bestens an.

Mai: Der Frühling lässt sein Band flattern. Und auch in der Kreispolitik geht das Zittern los. Die neue Landesregierung will sparen und kann lesen. Ein Text im Kreisjahrbuch 2015 lässt die Mainzer Strategen von einer Wiedervereinigung der Stadt Trier mit dem Landkreis träumen.
Aus Reihen der CDU/FDP-/FWG heißt es dazu kampfeslustig: "Dass die Schweicher und Saarburger und Konzer zusammenarbeiten müssen, ist schon schlimm. Aber immer noch besser, als von einem Sozi regiert zu werden." Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) reagiert empört: "In Roscheid leben doch sowieso fast nur Trierer. Ich plädiere für eine Wiedervereinigung."

Juni: Der große Erfolg der weißen Tiere im Konzer Tälchen, wo sich Hirsche und Füchse "Gute Nacht" sagen, weckt Begehrlichkeiten im Hochwald. Unweit des Eisenbahnviadukts am Rand des Premiumwegs Königsfeldschleife wird der Geisfelder Greif gesichtet. Das Tier soll ungefähr 1,86 Meter groß sein, grüne Augen haben und vor allem gelb sein. Doch es droht Ärger, weil angeblich die Schillinger ihre Ortswappen schnell geändert haben, um den Greif für sich vereinnahmen zu können.

Juli: Kells Bürgermeister Martin Alten (CDU) macht Ernst, da ihm durch den möglichen Weggang von Baldringen und Greimerath die Felle wegzuschwimmen drohen. Er erklärt seine Verbandsgemeinde einfach zu einem Landkreis. Der nennt sich Landkreis Kell am See und am Ruwer-Radweg. Mit dieser Entscheidung wollen die Keller auch wieder die Hoheit übers Schulwesen zurückerlangen. Die Konsequenz: Der Realschul-plus-Standort Zerf wird nicht aufgegeben. Er wird künftig Heimat des neuen Hochwaldgymnasiums. Eine Integrierte Gesamtschule soll in Heddert entstehen.
August: Endlich wieder Schule. Im neuen Schuljahr fallen an acht Grundschulen die Willkommensfeiern für Abc-Schützen aus. Grund: Es fehlen die Schulanfänger, und die neuen Zweitklässler weigern sich, erneut die Schultüten zu schleppen.

September: Die Kommunalpolitiker in der Verbandsgemeinde Ruwer wollen auch endlich einen längeren Namen für ihre VG. Das Rennen macht der Vorschlag "Verbandsgemeinde Ruwer in Sichtweite von Trier-Ruwer an der Ruwer."

Oktober: Das Ausgeben von Geld ist nicht so die Sache von Wolfgang Reiland und dem Rest des Verbandsgemeinderats Trier-Land. Deshalb wird gespart. Um Spritkosten zu sparen, müssen die Feuerwehren in der VG künftig mit Rädern zum Einsatzort fahren. Das Löschwasser soll von den Einsatzkräften per Eimerkette aus dem nächsten Bach geholt werden. Zudem wird ein neuer Einsatzwagentyp für die VG entwickelt. Das sogenannte Tret-Leicht-TLF. Es hat einen Pedalantrieb.

November: Neues Kapitel in der unendlichen Schweicher Windkraftgeschichte. Nun sollen Bürger, Institutionen und Behörden zum sechsten Mal ihre Meinung zu den Standorten für Windräder sagen. Nachdem Mopsfledermaus-Kolonien, Dicke-Trespe-Habitate und Steinlaus-Völker ausgemacht worden sind, meldet sich die Bernhard-Grzimek-Gesellschaft. Sie will künftig Safaritouren in die schützenswerteste Region Mitteleuropas anbieten.

Dezember: Einmal hat die Stadt Saarburg mit ihrer Bewerbung um die Landesgartenschau bereits Schiffbruch erlitten. 2022 soll es nun klappen. Bürgermeister Jürgen Dixius hat auch schon einen Slogan für die Werbekampagne: "Stadt, Land, Fluss - Saarburg ist ein Muss".
Die Konkurrenzbewerbung aus der Eifel soll mit dem Slogan "Hi, ha, ho, Bitburg geht K.O.!" aus dem Feld geschlagen werden. har