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Wahl
Schiedsmann will Entscheider werden

Matthias Wagner will neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land werden. Dafür ist er unter anderem in Langsur unterwegs.
Matthias Wagner will neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land werden. Dafür ist er unter anderem in Langsur unterwegs. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Harald Jansen
Langsur/Trier. Bürgermeisterwahl VG Trier-Land: Matthias Wagner (SPD) hat schon an 5100 Haustüren geklingelt. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Matthias Wagner nutzt die Gunst der Stunde. Ehe er sich mit dem Redakteur des Trierischen Volksfreunds an der alten Langsurer Grenzbrücke trifft, unterhält er sich mit einem Mann, der in seinem Garten arbeitet. „Ich suche das Gespräch“, sagt der Wagner, der neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land werden will. „Bei jeder sich bietenden Gelegenheit.“

Der Sozialdemokrat ist ein Insider, was die Verbandsgemeindeverwaltung betrifft. Denn er ist dort zuständig für die Bereiche Ordnungsamt sowie für den Brand- und Katastrophenschutz. Diese Position hat der 54 Jahre alte Wagner sicher nicht zum Anfang seiner Berufskarriere im Blick gehabt. „Mit 17 habe ich eine Lehre als Wettertechniker begonnen“, sagt der aus Zerf stammende Kandidat, der heute  mit Ehefrau Andrea in Langsur-Metzdorf wohnt – dem Heimatort seiner Frau. Ein Sohn und ein Pflegesohn komplettieren die Familie.

Im Rahmen der Ausbildung sei er viel rumgekommen, sagt Wagner. Unter anderem nach Husum an der Nordsee. Der Liebe wegen ist er später im Sauertal sesshaft geworden und hat bei der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land angeheuert. Nun könnte man sagen, dass er in der Verwaltung eine spannende Position innehat und deshalb die Herausforderung als Bürgermeister gar nicht suchen müsste. Doch genau diese Kenntnis über die Verwaltungsabläufe ist es, die den Sozialdemokraten zur Kandidatur bewogen hat. „Ich will Bürgermeister werden, um etwas gestalten zu können.“ Sein Anliegen sei es, die Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung in den Vordergrund zu stellen. Auch sieht er Verbesserungspotenzial in den Beziehungen zwischen Ortsgemeinde und der Verbandsgemeindeverwaltung.

Was seine Aussichten beim Wahlgang am Sonntag, 3. Juni, angeht, ist der Langsurer zuversichtlich: der Sozialdemokrat vertritt die Auffassung, dass es sich um eine Personenwahl handelt und die Parteizugehörigkeit für viele Wähler keine Rolle spielen wird.

SPD-Mitglied ist der passionierte Harley-Davidson-Fahrer und Hobby-Landwirt seit vielen Jahren. Er war auch kommunalpolitisch aktiv. Dieses Engagement auf Gemeindeebene musste er jedoch in dem Moment aufgeben, als er seine Tätigkeit bei der VG-Verwaltung aufnahm. Dafür gibt es ein anderes Feld, auf dem er sich für die Allgemeinheit einbringt: Er ist Schiedsmann durch und durch. Schiedsfrauen- und -männer vermitteln bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, aber auch unter anderem bei Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses oder Sachbeschädigungen. Um einen Vergleich hinzubekommen, brauche man oft viel Fingerspitzengefühl, sagt Wagner. Das sei eine Fähigkeit, die einen Bürgermeister auszeichne.

Ausgezeichnet muss auch Wagners Kondition sein. Denn er hat sich vorgenommen, alle Haushalte in der Verbandsgemeinde Trier-Land zu besuchen. „5100 habe ich schon“, sagt Matthias Wagner, der seit März auf Tour ist. Zudem ist er mit Ständen präsent, um dort in Kontakt mit den Bürgern zu kommen. Daneben ist er ausweislich seiner Seite im Internet gefühlt auf nahezu jeder Veranstaltung in der VG präsent. Sei es bei der Neujahrswanderung in Franzenheim, beim Konzert in Igel oder beim Spiel der SG Kordel/Welschbillig gegen Pölich/Schleich. „Bei diesen Terminen kommt man mit den Menschen ins Gespräch“, sagt Wagner. Dies sei der erste Schritt, um Lösungen zu finden.