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Wahl
Ein Abwehrspieler greift an

Patrik Kartes aus Mandern ist auf Wahlkampftour in der Verbandsgemeinde Trier-Land – auch bei schlechtem Wetter.
Patrik Kartes aus Mandern ist auf Wahlkampftour in der Verbandsgemeinde Trier-Land – auch bei schlechtem Wetter. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Harald Jansen
Igel. Bürgermeisterwahl VG Trier-Land: Patrik Kartes will, dass endlich Jüngere ran dürfen. Von Harald Jansen
Harald Jansen

„Ich bin ein Kämpfer.“ Das sagt Parik Kartes über sich. „Immer schon gewesen“, fügt er an. Der Mann, der diese Selbsteinschätzung abgibt, hat sich viel vorgenommen. Der in Mandern wohnende Kartes möchte Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land werden. Ohne den Rückhalt einer Partei oder Gruppierung. Ohne jahrelange praktische politische Erfahrung in einem kommunalen Parlament. Das ficht den gebürtigen Saarländer nicht an. Er treffe sich öfter mit Gleichgesinnten, um sich über politische Themen auszutauschen. Dabei sei in ihm der Entschluss gereift, selbst ein politisches Amt anzustreben. Und zwar mit Absicht das in der VG Trier-Land und nicht das in seiner Heimat-Verbandsgemeinde Kell, wo nach der Fusion mit der VG Saarburg bald ebenfalls ein Bürgermeister gesucht wird.

Sein Arbeitgeber hat ihn für den Wahlkampf freigestellt, sagt der 38-Jährige, der als Kranführer arbeitet und eine kaufmännische Ausbildung hat. Deshalb ist er täglich acht Stunden in der Verbandsgemeinde Trier-Land unterwegs, um seine Flyer an den Mann zu bringen und sich bekanntzumachen. Dabei sind sozusagen unter anderem zwei paar Schuhe und ein Trainingsanzug auf der Strecke geblieben. Kartes nimmt das sportlich. Was gut zu einer seinen Leidenschaften passt: der Fußball. Er selbst war aktiver Fußballer unter anderem beim 1. FC Saarbrücken und ist Trainer einer Jugendmannschaft, sein Sohn trainiert bei Eintracht Trier.

Ausweichlich einschlägiger Internetportale ist Kartes in der Abwehr aktiv gewesen. Doch wenn es um den Bürgermeisterposten geht, wird er offensiv: „Ich mag es, in der Öffentlichkeit zu stehen.“ Er traut es sich zu, auch ohne jahrelange Verwaltungserfahrung, eine Verwaltung zu leiten und eine Verbandsgemeinde zu führen. „Ich bin ein Sparfuchs“, sagt er. Deshalb ist Kartes überzeugt, die Verwaltung effizienter arbeiten zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, will er auch seine Erfahrungen aus dem Traineramt – er hat die B-Lizenz – einbringen. „Ich muss 16 Spieler einer Mannschaft integrieren. Da muss man sehr tolerant sein.“

Zurück vom Fußballplatz in die Dörfer der Verbandsgemeinde Trier-Land. Auf seinen Streifzügen durch die Orte hat er nach eigener Aussage rund 2000 Bürger angesprochen. Dabei sei ihm immer wieder eine Unzufriedenheit mit der Politik begegnet. „Die Leute wollen die Politiker nicht mehr, die seit Jahren an der Macht sind. „Die wollen, dass auch einmal jüngere und dynamische Leute ans Ruder kommen“, sagt der 38-Jährige. „Nicht immer die alten Säcke.“. Er wolle vor allem die erreichen, die überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen. Und das sei besonders bei Wahlen von Bürgermeistern so, wo oft mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten zu Hause bleiben.

Kartes hat den Eindruck, dass sein Engamenent nicht gern gesehen wird. Er hat das Gefühl, dass die Verantwortlichen bei der Verbandsgemeinde seine Kandidatur hätten verhindern wollen. Für ihn sei beispielsweise nicht nachvollziehbar gewesen, warum ein Teil der vorgelegten Unterstützungsunterschriften nicht anerkannt worden sind.

Und wenn es nicht klappt mit dem Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Trier-Land? War es das dann mit dem politischen Engagement? „Dann werde ich bei der nächsten Kommunalwahl in meinem Heimatort Mandern als Ortsbürgermeister kandidieren“, sagt Kartes. Er habe den Eindruck, dass in seiner Heimatgemeinde einiges schiefläuft. „Das will ich ändern“, sagt er kämpferisch.