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Wahl
Bürgermeisterwahl in Trier-Land: Kandidat Mahncke will Politikern den Spiegel vorhalten

Er will den Mächtigen den Spiegel vorhalten. Deshalb kandidiert Horst Mahncke als neuer Bürgermeister der VG Trier-Land.
Er will den Mächtigen den Spiegel vorhalten. Deshalb kandidiert Horst Mahncke als neuer Bürgermeister der VG Trier-Land. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Harald Jansen
Trier. Bürgermeisterwahl in der VG Trier-Land: Kandidat Horst Mahncke macht mobil gegen den Klüngel. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Horst Mahncke steht im Till-Eulenspiegel-Kostüm vor dem Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land. Dabei ist der Karneval schon seit Monaten vorbei. Doch es ist dem Mann aus Pillig im Maifeld nach eigenem Bekunden sehr ernst. „Ich will den Mächtigen den Spiegel vorhalten“, sagt der 63-Jährige. Er hat Klüngel und Kumpanei den Kampf angesagt.

Vor dem Rathaus darf Mahncke in seiner Montur gar nicht stehen. Darauf wird er von einer Mitarbeiterin der Verwaltung hingewiesen. Denn im Gebäude können Bürger aus der VG per Brief wählen. „Stimmt“, sagt der Kandidat, „habe ich nicht dran gedacht.“ Und ein wenig merkt man Mahncke an, dass er sich ärgert – über sich selbst. Denn er ist nach eigenem Bekunden ein Mensch, der es sehr genau nimmt.

Es ist das dritte Mal, dass er sich um das Amt eines Bürgermeisters bewirbt. Zwei Mal hat er es in der Verbandsgemeinde Maifeld versucht, und nun tritt er in der Verbandsgemeinde Trier-Land an. Warum das? „Meine Großeltern haben in Trier eine Partnervermittlung betrieben. Deshalb war ich oft in Trier“, sagt Mahncke, der in Gelsenkirchen geboren wurde. Der gelernte Bilanzbuchhalter, der auch lange Zeit als Vorrichter in verschiedenen Atomkraftwerken gearbeitet hat, ist seit vielen Jahren als Fluglehrer aktiv und hat Schüler auf dem Platz in Ernzen in der Südeifel unterrichtet.

Seit 2001 ist Mahncke kommunalpolitisch aktiv. Unter anderem engagiert er sich bei der Bürgerinitiative „Ich tu’s“. In der Verbandsgemeinde Maifeld arbeitet er in mehreren Ausschüssen mit. Wie Mahncke mehrfach betont, macht er Bürgermeister Wolfgang Reiland und dessen Verwaltung keinen Vorwurf, dass diese nicht richtig arbeiten würden. Es gehe ihm generell darum, „etwas gegen Klüngel, Kumpanei und Vetternwirtschaft“ zu unternehmen.

Gleichwohl hat er so seine Probleme mit dem, was er „CDU-Netzwerk“ nennt. Er habe bei seinen Besuchen in den Gemeinden viel Unzufriedenheit mit den Christdemokraten erfahren. Dazu passt, dass Mahncke sicher ist, dass seine Kandidatur dafür gesorgt hat, dass in seiner Heimat-Verbandsgemeinde die CDU-Amtsinhaberin aus dem Amt gewählt worden ist.

Wenn es um solche Netzwerke geht, kommt er so richtig in Fahrt. Er berichtet von Versorgungsposten bei Stiftungen, der Einflussnahme von Politikern, die Feuerwehrleuten deren Wahlverhalten vorschreiben wollten, und von Volksvertretern, die öffentliche Kassen als Selbstbedienungsladen ansehen würden.

Auch Horst Mahncke setzt darauf, die zahlreichen Nichtwähler zu mobilisieren. Die sollen nicht nur am 3. Juni ihre Stimme abgeben. „Ich möchte auch, dass sich möglichst viele Menschen als Kandidaten bei Wahlen aufstellen lassen“, sagt Mahncke, der verheiratet ist und drei Töchter, zwei Enkel sowie zwei Pflegekinder hat.

Das Credo des 63-Jährigen lautet: „Wenn Bürger Politik machen würden, ginge es allen besser.“ Auf die Frage, welche Chancen er sich bei der Wahl ausrechne, reagiert Horst Mahncke eher zurückhaltend. „Ich weiß nicht, was dabei rumkommt“, sagt der Mann aus Pillig. Wenn er scheitere, werde er vermutlich weitermachen und irgendwo anders erneut antreten.

Dass seine Ansichten provokativ sind, ist dem parteilosen Kandidaten durchaus bewusst. Und er setzt noch einen drauf. Er kündigt an, beim Wahlforum des Trierischen Volksfreunds am Donnerstag, 24. Mai, in Trierweiler-Sirzenich als Till Eulenspiegel verkleidet auf die Bühne zu kommen.