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Infrastruktur
Wo sollen 2000 Schweicher Schüler Sport treiben?

Die Sportverbände schlagen Alarm. Wenn die Stefan-Andres-Halle im Schulzentrum Schweich saniert wird und keine Ausweichquartiere zur Verfügung stehen, sieht es düster aus.
Die Sportverbände schlagen Alarm. Wenn die Stefan-Andres-Halle im Schulzentrum Schweich saniert wird und keine Ausweichquartiere zur Verfügung stehen, sieht es düster aus. FOTO: Albert Follmann
Schweich. Landrat Schartz spricht mit Sportvereinen und Eltern über die prekäre Hallensituation in Schweich. Die Handballer schlagen eine Lösung vor. Von Albert Follmann
Albert Follmann

Landrat Günther Schartz macht die prekäre Sporthallensituation in der Stadt Schweich zur Chefsache. Im Kreistag kündigte er an, er werde sich am kommenden Mittwoch mit Betroffenen aus Schweich treffen, um die Lage zu erörtern. Elternvertreter des Stefan-Andres-Schulzentrums und Vereinsverantwortliche aus Schweich hatten einen „runden Tisch” zum Thema angeregt.

Es ist zu erwarten, dass Schartz bei diesem Treffen einiges an Kritik zu hören bekommt, denn die Sportvereine Mosella Schweich und Handball-Sport-Club (HSC) Schweich fühlen sich vom Kreis im Stich gelassen. Ihre seit Jahren geäußerten Vorschläge, wie man den langen Ausfall der sanierungsbedürftigen Stefan-Andres-Sporthalle kompensieren könnte, seien ignoriert worden, sagt HSC-Vorsitzender Carl-Stefan Schmitz.

Zunächst sei der Handballverein durch das vom Kreis aus Sicherheitsgründen verfügte Verbot der Tribünennutzung überrascht worden (der TV berichtete). Laut Schmitz hat das wirtschaftliche Konsequenzen für den HSC, weil Zuschauereinnahmen wegbrechen.

Wenn in einem Jahr auch noch die Stefan-Andres-Halle für längere Zeit wegen Generalsanierung geschlossen werde und keine Ausweichquartiere bereitstünden, sei die Existenz des Clubs bedroht.

Vier Senioren- und elf Jugendmannschaften des HSC nehmen am Spielbetrieb teil. Und die Stefan-Andres-Halle ist die einzige öffentliche Halle in der Verbandsgemeinde Schweich, die uneingeschränkt handballtauglich ist. Mit Blick auf die Generalsanierung der Andres-Dreifeldhalle schlagen die Schweicher Sportvereine – auch im Sinne des Schulsports – folgende Lösung vor: In der Stefan-Andres-Halle soll zunächst nur das Nötigste gemacht werden (beispielsweise Bodenbelag und Tribüne). Damit könne sie weiter genutzt werden, bis die versprochene handballtaugliche Dreifeldhalle am Schulzentrum fertiggestellt sei.

Wenn diese Halle gebaut wäre, sagt Schmitz, sei aus Sicht der Vereine eine Zweifeld-Halle am Standort der Grundschule und der Treverer Schule in der Nähe des Ermesgrabens ausreichend. Wie berichtet, plädiert der Landesrechnungshof für den Bau einer Zweifeldhalle, während die Schulbehörde ADD bereits eine große Dreifeld-Sporthalle genehmigt hat.

Wie prekär die Hallennot auch für das Stefan-Andres-Gymnasium und die Realschule plus ist, wird aus einem Schulbrief von Schulleiter Raimund Mirz vom August ersichtlich. Darin schreibt er, dass derzeit 16 Klassen ihren Sport außer­halb des Schulzentrums absolvieren müssten. Die Hallenkapazitäten in den Orten der Verbandsgemeinde Schweich sind weitgehend ausgeschöpft.

Was soll das erst werden, wenn ab Herbst 2019 auch noch die große Stefan-Andres-Halle für mindestens 15 Monate ersatzlos wegfällt? In einem Brief an Kommunalpolitiker schreibt HSC-Chef Carl-Stefan Schmitz: „Eine komplette Auslagerung des Schulsports im Sinne eines Schulsport-Tourismus ist für nahezu 2000 Schüler nicht möglich.” Schüler hätten das Recht auf einen ausreichenden und qualitativ hochwertigen Sportunterricht.

Für den außerschulischen Sport gelte Ähnliches. Er sei integraler Bestandteil einer guten und verantwortungsvollen Jugendarbeit.