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Zu Ehren der Gefallenen und Vermissten

Herbert Steinlein (rechts) hat rund 200 ehrenamtliche Stunden für den neuen Gedenksteines investiert. TV-Foto: Dietmar Scherf
Herbert Steinlein (rechts) hat rund 200 ehrenamtliche Stunden für den neuen Gedenksteines investiert. TV-Foto: Dietmar Scherf
Mit einem neuen Gedenkstein würdigen die Ortsgemeinden Farschweiler und Herl die Kriegstoten und Vermissten der beiden Weltkriege auf dem Friedhof. 70 Namen zeugen vom erlebten Leid und der Trauer. Von unserem Mitarbeiter Dietmar Scherf

Farschweiler. Der Stein neben der Friedhofskapelle wiegt geschätzte vier Tonnen. Die Namen der in den beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Soldaten aus Farschweiler und Herl sind auf schwarzen Glasplatten eingraviert. "Möge ihr Tod uns den Frieden erhalten", ist im unteren Bereich zu lesen.

Der Gedenkstein ist sozusagen der Abschluss der im Jahre 2006 begonnenen Friedhofsumgestaltung. Vieles hat sich inzwischen dort getan. So wurden die Friedhofskapelle barrierefrei gestaltet, der Vorplatz tiefer gelegt, die Mauereinfassung geändert und die Wege neu gestaltet. Insgesamt hat der Friedhof ein vollkommen neues Gesicht bekommen. Geländer wurden renoviert, die Begrünung erneuert, eine neue Wasserentnahmestelle geschaffen und auch ein Rasengrabfeld angelegt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 100 000 Euro.

Für den neuen Gedenkstein, er stammt aus den Herler Felsen, musste indessen der geringste finanzielle Aufwand betrieben werden. Ortsbürgermeister Werner Schmitt: "Dank der großen Eigenleistungen kostet er nicht mehr als ein normaler Familiengrabstein." Großes Engagement an der Verwirklichung zeigte Herbert Steinlein. Seine ursprüngliche Zeichnung und sein maßstabgerechtes Modell waren die Grundlage für die Verwirklichung der Idee. Schmitt: "In den letzten Jahren hatten wir keine würdige Stätte mehr, an der wir der Kriegstoten und der Vermissten gedenken konnten."

Die Namen der Toten aus dem Ersten Weltkrieg aus Herl waren in der dortigen Kapelle aufgelistet. In Farschweiler hatten sie bis zur Renovierung des Altars in der Pfarrkirche ihren Platz. Danach landeten die Schriftzüge auf einem Speicher. Jetzt sind die Gefallenen und Vermissten auf dem neuen Gedenkstein, getrennt nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und aufgeteilt nach den Orten Farschweiler und Herl, verewigt. Die Einsegnung durch Pastor Erwin Recktenwald umrahmte die Musikgruppe Farschweiler-Herl musikalisch.