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Trierer Mädchen gewinnt Champions League der Fußball-Frauen

Trierer Mädchen gewinnt Champions League der Fußball-Frauen

Der größte Triumph ihrer noch jungen Karriere: Die in Trier aufgewachsene Josephine Henning hat mit ihrem Verein 1. FFC Potsdam die Champions League der Frauen gegen Olympique Lyon gewonnen. Mit vor Ort war ihr Vater Jörg, mit dem der TV gesprochen hat.

(wir) Der Sieg, den der 1.FFC Potsdam errungen hat, ist ein historischer. Denn das deutsche Spitzenteam gewann nach einem dramatischen Verlauf mit 7:6 nach Elfmeterschießen im Finale gegen Lyon die Champions League im spanischen Getafe. Historisch ist der Triumph deshalb, weil dieser Wettbewerb im Frauen-Fußball erstmals ausgetragen wurde.

Mit dabei im Siegerteam war eine Triererin. Josephine Henning, „Josy“ genannt, hat das Fußballspielen beim TuS Issel erlernt. In Getafe sah, litt und freute sich Vater Jörg auf der Tribüne mit: „Es war ein Sieg des gesamten Teams“, sagt er, „es war furchtbar aufregend, bin überglücklich und sehr stolz auf Josy, dass sie bei diesem großen Sieg Teil der Mannschaft war.“

Es ist die erste Saison der 20-Jährigen für den deutschen Traditionsclub. Vater Jörg: „Und dann gleich Meister und Champions-League-Sieger werden, das ist schon überwältigend.“ Die Europapokalsiegerin selbst war für ein Gespräch gestern nicht zu erreichen, denn für das gesamte Potsdamer Team war nach dem offiziellen Empfang und einer anschließenden langen Nacht „Bummeln und Shoppen“ angesagt.

Acht Jahre war Josephine Henning alt, als ihre Fußballkarriere begann. Ihre Eltern und Bruder Valentin zogen 1997 von Trier nach Issel. Dort wurde die Familie bei Stefan Jostock vorstellig, der damals schon im Jugendbereich des TuS tätig war. „Ich habe sie von der E- bis zur C-Jugend betreut“, sagt Jostock, der „Trainingsfleiß, Willen, Kampfgeist und Laufbereitschaft“ als ihre herausragenden Eigenschaften bezeichnet. Danach wechselte Josephine für ein Jahr zur JSG Zewen-Igel und von dort zum Sportgymnasium nach Saarbrücken, wo sie den Sprung in die Bundesliga schaffte.

Inzwischen hat sie ihre Position in der Abwehr gefunden, dort, wo sie als Kind nicht spielen wollte. „Ich wollte sie von der Angreiferin zur defensiven Mittelfeldspielerin umformen, das hat ihr gar nicht gepasst“, erinnert sich Jostock. In Issel verfolgt man den Weg der einstigen Jugendspielerin genau, nicht nur, „weil wir kürzlich 3000 Euro aus dem Ausbildungsfonds des DFB erhalten haben“ (Abteilungsleiter Jürgen Schmitt). Das geschah, nachdem Josephine Henning zur Nationalspielerin avancierte. Ihr Debüt in der Bundesliga feierte sie noch als 17-Jährige. Mit der U-20-Nationalmannschaft wurde sie Dritte bei der WM in Chile. Jetzt steht die erste Berufung in die U-23-Auswahl an. Auf die Frauen-Fußball-WM 2011 in Deutschland angesprochen, sagt Vater Jörg: „Ein Journalist hat sie kürzlich gefragt, ob sie sich Chancen ausrechnet, noch auf den Zug aufzuspringen. Gesagt hat sie dazu nichts, sie hat nur gelächelt.“