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Trierer nach Explosion in Berlin festgenommen

Kriminalität : Trierer nach Explosion in Berlin festgenommen

Ermittler finden neun Rohrbomben in der Wohnung eines 29-Jährigen. Was wollte der Mann damit?

Hat ein 29-jähriger Mann aus Trier etwas mit zwei Explosionen in Berlin zu tun? Seit dem Wochenende sitzt der Mann jedenfalls als Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Er war nach einer Explosion im Umfeld seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Schöneberg festgenommen worden, als er flüchten wollte. Nach Meldungen mehrerer Berliner Zeitungen soll es sich bei dem Mann  um einen gebürtigen Trierer handeln.

Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Der Grund: In der Wohnung des Mannes wurden laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft neun zündfähige Rohrbomben gefunden, dazu diverse Chemikalien.

Bei dem Einsatz am Donnerstag wurde in der Schöneberger Wohnung auch ein 27-Jähriger durch Spezialeinsatzkräfte festgenommen. Der Mann, nach Medienberichten ein Deutsch-Italiener, wurde allerdings am Wochenende wieder auf freien Fuß gesetzt.

 Neben Rückständen der Explosion fanden die Beamten „eine mögliche Sprengvorrichtung“, die noch nicht zur Detonation gebracht worden war, wie es in der offiziellen Polizeimeldung heißt. Sicherheitshalber wurden benachbarte Häuser  evakuiert. Die Polizei war mit über 60 Kräften im Einsatz, wie ein Sprecher sagte. Darunter waren auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos.

Die Auswertung dauert an. Ein möglicher Zusammenhang zu anderen Sprengstoffdelikten werde geprüft, hieß es. Nach Berichten mehrerer Medien sollen die beiden Tatverdächtigen der linken Szene angehören.

 Die Ermittlungen der Polizei zu den Hintergründen laufen eigenen Angaben zufolge in alle Richtungen. Insbesondere werde ein Zusammenhang zu einer Explosion am 20. Januar in einer nahe gelegenen Straße geprüft. Bei der heftigen Explosion waren Fensterscheiben und Autos beschädigt worden. Ein 60-jähriger Mann wurde durch umherfliegende Teile eines Verkehrsschildes leicht am Bein verletzt. Ob es sich um einen illegalen Silvesterböller oder um einen selbstgebastelten oder militärischen Sprengsatz handelte, ist noch unklar. 

 Bei der Explosion am Donnerstag rätseln die Ermittler noch, aus welchem Grund die Rohrbombe gezündet wurde. Möglicherweise habe es sich schlicht um ein Versehen beim Experimentieren gehandelt, schreibt die Berliner Morgenpost.