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Trierer Volksfest: Nur Fliegen ist schöner

Trierer Volksfest: Nur Fliegen ist schöner

Sie heißen Airwolf, Booster Maxxx und XXL: Hinter diesen Namen verbergen sich einige der rasantesten Kirmes-Fahrgeschäfte, die Trier je gesehen hat. Das Volksfest vom 11. bis 20. Juni im Messepark verspricht Rekorde in Serie.

Nach einem Jahr Pause 2009 kehrt das Trierer Volksfest (früher: Europa-Volksfest) im Juni 2010 zurück in den Messepark. Erstmals richtet der Bitburger Schausteller Georg Sonnier die Großkirmes aus (der TV berichtete). In seinem Auftrag stellt die Firma M.&.M Events aus Trier derzeit die Attraktionen zusammen. „Die Leute sind heiß darauf, was sie erwartet. Von der Qualität her wird es noch hochwertiger als 2008“, sagt Marianne Tepass vom Pressebüro.

Weil zum Volksfest-Termin bundesweit kaum größere Veranstaltungen laufen, haben diesmal auch Betreiber besonders spektakulärer Fahrgeschäfte für Trier zugesagt. Das wiederum lockt durch die Aussicht auf gute Umsätze viele weitere Schausteller an.

Nervenkitzel in der höchsten Schaukel


Booster Maxxx Mega G4: Das 55 Meter hohe Fahrgeschäft sieht aus wie eine Art Propeller. An beiden Enden des gewaltigen Arms sitzen je vier Fahrgäste, die auf mehr als 100 Stundenkilometer beschleunigt werden. Beim Steil- und Sturzflug wirkt die vierfache Kraft der Erdbeschleunigung auf die Mitfahrer ein.


XXL:
Der Betreiber bezeichnet das 45 Meter hohe Fahrgeschäft als „höchste Schaukel der Welt“. Während des mächtigen Schwungs von der linken zur rechten Seite dreht sich auch die Gondel mit den 20 Fahrgästen.

Airwolf: Mit bis zu 60 Stundenkilometern „fliegen“ die 38 Gäste 25 Meter hoch und drehen sich dabei in drei Dimensionen: Hauptarm, Flugkörper und Gondeln rotieren unabhängig voneinander, komplett manuell gesteuert vom Cockpit des Airwolf-Piloten.

Around the Word: Das Fahrgeschäft ist eines der höchsten Kirmes-Kettenkarussells in Europa. Die Fahrgäste „fliegen“ in 60 Metern Höhe rund und können dabei eine einmalige Aussicht genießen – wenn sie sich trauen, die Augen aufzumachen.


Nicht nur Magneten für Mutige und Schaulustige


Neben solchen Magneten für Mutige und Schaulustige bietet das Volksfest aber auch viele weitere Attraktionen wie Superrutsche, Kinderkarussells, Bungee-Trampolin, Breakdance, Auto-Scooter, Geisterbahn, die Familienachterbahn Wilde Maus oder eine Wildwasserbahn. „Die Mischung muss stimmen“, weiß Marianne Tepass. Nach dem Motto „Volksfest mit Herz für die ganze Familie“ sollen auf dem Platz alle Altersgruppen Spaß haben können.

Gemeinsamer Treffpunkt: der große Biergarten mittendrin. Deftiges und Süßes gibt es an etlichen Ständen. Krammarkt, Familientag und zwei Feuerwerk-Abende runden das Programm ab. Der Wohnmobil-Parkplatz an der Mosel wird diesmal nicht einbezogen, da Volksfest-Besucher den Weg dorthin scheuten.

Bis zum Jahr 2007 hatte Oscar Bruch das Europa-Volksfest jährlich im Messepark ausgerichtet. Auf eine Fortsetzung verzichtete er wegen wiederholter Lärm-Beschwerden und zahlreicher Auflagen. Nachfolger Georg Sonnier will und muss die behördlichen Vorgaben erfüllen (siehe Extra).

EXTRA
Lärmschutz: Bei der Platzierung der Volksfest-Geschäfte muss der Veranstalter darauf achten, den Lärmschutz zu gewährleisten. Eine Abstandsfläche mit Wohn- und Packwagen der Schausteller sowie der Erdwall am Rand des Messeparks schirmen den Rummelplatz von der Lambertistraße ab. Alle Emissionen vom Platz werden vorab berechnet und mit den Werten des Lärmschutzgutachten für den Messeparks abgeglichen. Sind die Vorschriften erfüllt, dann gibt das städtische Bauamt grünes Licht. (cus)

Meinung: Die Messlatte liegt hoch
Von Marcus Hormes
Es wäre sehr schade gewesen, wenn das (Europa-)Volksfest in Trier sang- und klanglos beerdigt worden wäre – wegen widriger äußerer Umstände. Für seinen Mut, in die Bresche zu springen, ist Ausrichter Georg Sonnier schon jetzt belohnt worden. Schausteller in Masse und vor allem Klasse wollen die Chance nutzen, eine Lücke in ihrem Terminkalender sinnvoll zu füllen. Das Angebot auf dem Platz scheint also erste Sahne zu werden.
Es liegt an den Trierern, den Menschen aus der Region und den Gästen, sich selbst davon zu überzeugen. Wo Schausteller gute Geschäfte machen, kommen sie gerne regelmäßig wieder. Miese Umsätze schrecken ab. Die Messlatte liegt hoch, denn solche Fahrgeschäfte drehen sich normalerweise in Städten wie Hamburg, Stuttgart oder München.
m.hormes@volksfreund.de