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Trierer wegen Mordes vor Gericht

Trierer wegen Mordes vor Gericht

Ein 46-jähriger Trierer muss sich ab heute vor dem Landgericht wegen Mordes verantworten. Er soll im Juni seine Ex-Freundin in einem Haus in Trier-Nord heimtückisch erstochen haben.

(wie) Es geschah irgendwann am späten Abend des 7. Juni. Während die 40-Jährige an diesem Sonntag im Wohnzimmer im Erdgeschoss des Reihenhauses schlief, soll der Ex-Freund ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben und, als sie das Bewusstsein verloren hatte, mit einem Küchenmesser die linke Halsseite aufgeschnitten haben. Laut Anklageschrift hatte der damals 45-Jährige die feste Absicht, die Frau zu töten. Die Obduktion hatte ergeben, dass sie sich nicht mehr wehren konnte. Die Frau, die nebenbei als Kellnerin in einem Trierer Restaurant arbeitete, ist verblutet. Der Mann soll die zu dem Zeitpunkt schon tote Frau in den Keller gebracht und dann dort in einer Dusche mit dem Messer auch noch in die andere Seite des Halses gestochen haben.
Von heute an muss sich der mittlerweile 46-Jährige vor dem Trierer Landgericht wegen Mordes verantworten. Mögliches Motiv für die Bluttat ist nach Ansicht des Leitenden Oberstaatsanwalts Jürgen Brauer ein Streit zwischen den beiden Ex-Partnern. Die Frau habe den Mann aufgefordert, aus dem Haus auszuziehen. Das unverheiratete Paar, das acht Jahre zusammen war, habe sich im November 2008 getrennt, sagt Brauer. Trotzdem hätten die beiden noch gemeinsam in dem Reihenhaus in Trier-Nord gewohnt.

Die Leiche der Frau wurde erst Stunden nach der Tat von der Polizei gefunden. Kollegen hatten diese gegen Mittag informiert, nachdem die als zuverlässig geltende 40-Jährige nicht auf der Arbeitsstelle erschienen war. Die Polizei fragte zunächst die umliegenden Krankenhäuser nach der Frau ab. Als diese Suche ergebnislos blieb, entschlossen sich die Beamten am späten Montagnachmittag, die Tür des Hauses gewaltsam zu öffnen. Im Keller wurde dann die blutüberströmte Leiche der Frau gefunden. Der Verdacht richtete sich schnell gegen den arbeitslosen Ex-Freund der 40-Jährigen. Ein paar Stunden später wurde er von Polizisten stark angetrunken in einer Kneipe in der Nähe des Hauses festgenommen. Einen Tag später wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Laut Brauer kann sich der 46-Jährige an den Abend nicht mehr erinnern. Bei Vernehmungen soll er aber nicht abgestritten haben, seine Ex-Freundin umgebracht zu haben. Für den Prozess vor dem 1. Schwurgericht sind bislang sieben Verhandlungstage angesetzt.