Trio aus Trier soll Fiskus um Millionen geprellt haben

Koblenz/Trier · Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe müssen sich ab heute ein Trierer Geschäftsmann und zwei Mitangeklagte vor der Koblenzer Wirtschaftsstrafkammer verantworten.

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(sey) Es ist nicht das erste Mal, dass der 63-jährige Trierer wegen einer Steuersache mit den Behörden über Kreuz liegt. Vor drei Jahren sollte der Unternehmer wegen einer findigen Geschäftsidee – er produzierte Tabakstränge als Zigarettenersatz – mächtig Steuern an den Fiskus nachzahlen.

Die Angelegenheit landete schließlich vor dem Düsseldorfer Finanzgericht, wo der Trierer recht bekam. Zu spät, um das inzwischen in finanzielle Schieflage geratene Unternehmen mit einst rund 40 Beschäftigten noch zu retten. „Der Staat macht mich fertig“, schimpfte seinerzeit der Chef. Ein halbes Jahr später war die Firma pleite.

Glaubt man der Koblenzer Staatsanwaltschaft, war in dem Unternehmen in den Jahren zuvor heftig getrickst worden. Insgesamt knapp 6,5 Millionen Euro Steuern sollen der Chef, seine 58 Jahre alte Lebensgefährtin und ein 37-jähriger Mit-Geschäftsführer hinterzogen haben. Die Anklageschrift umfasst 67 Seiten. Einer der Vorwürfe: Beim Einkauf von Waren soll das Trierer Unternehmen eine andere Firma zwischengeschaltet haben.

Diese soll dann die Waren – gegen deutlich überhöhte Rechnungen – an das Trierer Unternehmen weiterverkauft haben. Dessen Betriebsausgaben sollen so künstlich aufgebläht worden sein. Laut Staatsanwaltschaft floss ein Teil des überhöhten Kaufpreises nicht an die „Zwischen-Firma“, sondern in die Taschen der beiden Geschäftsführer. Dem Fiskus sollen allein dadurch 1,8 Millionen Euro Steuern durch die Lappen gegangen sein.