Trotz abgelehntem Asylantrag: Prümer Taliban harrt weiter im Kirchenasyl aus

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Der als Prümer Taliban bekannt gewordene afghanische Asylbewerber Khan A. hält sich ungeachtet seines abgelehnten Asylfolgeantrags immer noch in Deutschland auf. Wie er sich seit Jahren gegen seine Abschiebung zur Wehr setzt.

Der 23-Jährige sei weiter in Berlin im Kirchenasyl, sagte ein Sprecher der Bitburg-Prümer Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung. Deswegen habe man ihn auch noch nicht abschieben können.

Der Fall des jungen Afghanen beschäftigt die Behörden seit Jahren. Khan A. hatte deutsche und französische Behörden in der Vergangenheit getäuscht, indem er sich der Mitglied­schaft in einer terroristischen Vereinigung bezichtigte oder unter falschem Namen Asyl beantragte, um einer drohenden Abschiebung zu entgehen.

Vor gut einem Jahr war der junge Afghane von den französischen Behörden nach Deutschland überstellt und hier in Abschiebehaft genommen worden. Er wurde aber später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Seine Anwälte hatten erfolgreich die Fortsetzung des zuvor eingestellten Verfahrens beim Trierer Verwaltungsgericht beantragt. Der Termin für die Verhandlung stand bereits fest, als Khans Verteidiger die Klage wieder zurücknahm. Damit hätte der im Juni 2015 über den Iran und die Türkei nach Deutschland geflüchtete Afghane – der sich eine Zeitlang in der Eifel aufhielt und deshalb den Spitznamen Prümer Taliban bekam – eigentlich abgeschoben werden können. Doch er flüchtete sich ins Kirchenasyl nach Berlin. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) prüfte den Fall noch einmal, aber am Ergebnis änderte sich nichts.

Im April wies das Trierer Verwaltungsgericht die Klage gegen die Ablehnung seines asylrechtlichen Folgeantrags ab. Zwei Monate später schloss sich dieser Auffassung auch das Koblenzer Oberverwaltungsgericht an. Die Entscheidung sei unanfechtbar, teilten die Richter nach der Entscheidung mit.

Der sich über Jahre hinziehende Fall hatte in der Vergangenheit schon mehrfach die Landespolitik beschäftigt. „Das sind genau die Fälle, über die sich die Leute zu Recht ärgern“, kritisierte zu Beginn des Jahres CDU-Innenexperte Matthias Lammert.

Unter anderem mit Verweis auf die schier unendliche Geschichte des Prümer Talibans äußerte der Präsident des Trierer Verwaltungsgerichts, Georg Schmidt, vor einiger Zeit massive Kritik am Asylrecht. Wer mit seinem Asylantrag keinen Erfolg habe, könne laut Schmidt „so viele Folgeanträge schreiben und Eilverfahren anstrengen, wie er will“. Man brauche dafür nur eine neue Begründung.

Die Berliner Anwältin von Khan A. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.