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TV-Telefonaktion: Ein sensibles Organ unter der Lupe - was tun, wenn eine Fettleber diagnostiziert wird?

Trier : „Bei mir wurde eine Fettleber diagnostiziert“

Ein sensibles Organ unter der Lupe: Drei Ärzte beantworten Leserfragen am TV-Expertentelefon.

Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten.

Bei mir wurde eine Fettleber diagnostiziert und die Leberwerte sind erhöht.  Was kann das sein?

Professor Dr. med. Christian B. Kölbel, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin I und Hepatologe im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier: Häufig hängt dies mit Übergewicht zusammen. Die Therapie liegt darin, Gewicht zu reduzieren. Wichtig ist dabei, dass Sie sich kleine Ziele setzen: Versuchen Sie, drei bis fünf Kilo abzunehmen, vermeiden Sie große Gewichtsschwankungen. Die Fettleber kann auch auf eine alkoholbedingte Lebererkrankung hinweisen. Meiden Sie Alkohol, damit sich die Leber erholen kann.

Ich habe erhöhte Leberwerte und auf der rechten Seite im Oberbauch Schmerzen. Was kann dahinterstecken?

Privat-Dozent Dr. med. Thomas Zimmer, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Wittlich, Bernkastel und Trier:  Die wahrscheinlichste Ursache ist eine Störung im Bereich des Gallenabflusssystems, am ehesten handelt es sich um ein Gallensteinproblem. Suchen Sie einen Arzt auf, damit die entsprechenden Untersuchungen gemacht werden können, denn das Risiko, dass sich die Bauchspeicheldrüse oder der Gallenweg entzündet, ist hoch.

Ich bin 60 Jahre alt und bei mir wurden erneut erhöhte Leberwerte festgestellt. Ich trinke selten ein Glas Wein, nehme jedoch seit Jahren ein blutverdünnendes Medikament. Was kann die Ursache für die Erhöhung der Leberwerte sein?

Dr. med. Goran Simeunovic, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Konz:  Ihre Leber sollte per Ultraschall untersucht werden und mittels einer Blutanalyse sollte abgeklärt werden, ob etwa eine Hepatitis vorliegt. Über diese Untersuchungen können mögliche ursächliche Erkrankungen wie eine chronische Virushepatitis, eine Autoimmunerkrankung der Leber, aber auch Fettstoffwechselerkrankungen festgestellt werden.

Sollte eine Ursache für die erhöhten Leberwerte ermittelt werden können, sollte die Erkrankung therapiert werden, um ein Fortschreiten zu verhindern. Auch eine dauerhafte Einnahme eines blutverdünnenden Medikaments kann nach gewisser Zeit zu einer Leberschädigung führen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, wäre eine Umstellung auf einen anderen Blutverdünner ratsam.

Ich, 70, habe die Diagnose Leberverfettung erhalten und meine Leberwerte sind erhöht. Bei meinem Bruder wurde ein erhöhtes Ferritin (Speichereisen) im Blut festgestellt. Was soll ich tun?

Simeunovic: Prinzipiell sollten auch hier die typischen Ursachen einer Lebererkrankung ausgeschlossen werden. In Ihrem Fall liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Eisenspeicherkrankheit, die sogenannte Hämochromatose, handelt. Bei dieser Erbkrankheit führt ein Gendefekt dazu, dass Eisen unter anderem in der Leber abgelagert wird und das Organ schädigt. Wird diese Eisenüberladung nicht rechtzeitig diagnostiziert, kann dies bis zur Leberzirrhose führen. Die Diagnose ist einfach und über eine Aderlasstherapie kann das überschüssige Eisen aus dem Körper geleitet werden und so eine dauerhafte Schädigung der Leber verhindert werden.