Uni Trier: Zu wenig Platz, zu wenig Geld

Uni Trier: Zu wenig Platz, zu wenig Geld

Die Uni Trier platzt aus allen Nähten: Mittlerweile drängen sich mehr als 14000 Studierende an der ursprünglich mit 7000 Studienplätzen ausgestatteten Lehranstalt. Die Folgen sind völlig überfüllte Vorlesungen und Seminare, verschobene Prüfungen und verlorene Semester.

Trier. (jp) Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) schlägt Alarm: Die Uni Trier hat inzwischen doppelt so viele Studenten wie Studienplätze. „Die Arbeits- und Lernsituationen vieler Studenten und auch Dozenten sind nicht mehr vertretbar“, sagt Simon Stratmann, Referent für Hochschulpolitik im Asta. „Die Überfüllung führt zu enormen Platzproblemen, manche Studenten sitzen ihre Seminare in Containern ab oder schaffen es erst gar nicht, einen Platz zu bekommen.“ Im schlimmsten Fall gehe auf diese Weise komplette Semester verloren. „Wir fordern mehr Mittel für Lehre und Forschung“, so Stratmann. „Nur so können wir die Situation an der Uni Trier verbessern.“

Der Asta hat die Aktion „Miese Studienbedingungen melden“ gestartet und fordert betroffene Studenten auf, ihre Probleme zu melden – auf Wunsch auch anonym. „Die Rückmeldungen kamen auch sofort“, sagte Stratmann gestern im Gespräch mit dem TV. „Studenten berichten vom stundenlangen Sitzen auf Hörsaal-Treppen und vom Online-Wettlauf auf Seminarplätze mit drei verschiedenen Anmeldesystemen.“

„Wir haben räumliche Engpässe“, räumt Uni-Präsident Peter Schwenkmezger ein. „Doch derartige Probleme gibt es immer zum Beginn des Wintersemesters. Das wird sich in einigen Wochen einspielen.“ Dennoch seien einige der Vorwürfe des Asta „schlichtweg falsch“, betont der Psychologie-Professor. „Überfüllte Seminare gab es schon immer, Rauswürfe jedoch mit Sicherheit nicht.“
Schwenkmezger versteht die Aktion des Asta als ein „politisches Signal an die Landesregierung“ und stimmt dem Basis-Argument zu: „Das System ist unterfinanziert, wir brauchen mehr Geld.“

Studiengebühren würden dieses Problem nach Ansicht des Asta noch weiter verschärfen. „Die Folge wären weniger Studenten, die noch stärker sozial ausgelesen würden“, betont Stratmann. Schwenkmezger dazu: „Ich bin einer der wenigen Präsidenten, die gegen Studiengebühren sind.“

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