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Verkehrsminister: Riesen-Laster unerwünscht

FOTO: Allianz-Pro-Schiene/Kraufmann
Berlin/Trier. Das Bundesverkehrsministerium plant ab 2011 einen bundesweiten Test mit Mega-LKW mit einer Länge von über 25 Metern. Diese Ideen stoßen auf Kritik. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering wirft Bundesminister Peter Ramsauer ein Vorgehen durch die Hintertür vor.

(hw) Gigaliner oder EuroCombis nennen sie ihre Anhänger, Mega-LKW oder Monster-Trucks ihre Gegner: Diese Lastwagen sind 25,25 Meter lang und dürfen bis zu 60 Tonnen wiegen. Schon 2011 könnten sie in so manchem Kreisel, auf der B 51 oder auf Bundes- und Landesstraßen in der Region für Aufsehen sorgen. Eine Arbeitsgruppe im Bundesverkehrsministerium bereitet einen bundesweiten Feldversuch vor – und stößt auf heftige Kritik. Minister Hering wirft dem Berliner Minsiterium vor: „Ein neuer Vorstoß für diese ‚Monster-Trucks’ unterhöhlt frühere Zusagen, keine Versuche mehr zu starten.“ Nun sollten offenbar die Riesenlaster durch die Hintertür eingeführt werden.

Kritiker bemängeln, dass die XXL-Brummies an Kreuzungen, an Ampeln und im Kreisel den Verkehr behindern, oder sehen höchste Gefahr beim Überholen. Zudem müssten Straßen und Brücken mit vielen Millionen für die Fahrzeuge ausgebaut werden. Dies sei ein falsches politisches Zeichen. „Das würde das umweltpolitische Ziel, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, torpedieren“, fügt Hering an. Ob die LKW überhaupt in die Städte rollen, ist noch ungewiss. Bundesstaatssekretär An-dreas Scheuer spricht zunächst nur vom „übergeordneten Straßennetz“. Logistik-Experte Johannes Weinand von der Stadt Trier sieht nur eine Chance bei einem abgestimmten Konzept. „Es macht allenfalls Sinn, solche LKW auf Autobahnen einzusetzen und die Ware in Güterknotenpunkten umzuladen und in die Städte zu bringen.“ Doch davon sei man weit entfernt. Zudem würde es Mega-Trucks den größten Vorteil nehmen: Die um rund 20 Prozent günstigeren Transportkosten würden steigen.