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Verona Kerl zur alkohollosen Zeit im Januar

Auslese : Der trockene Januar

Es reicht! Adventstreffen mit Freunden, Glühwein trinken auf dem Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeste mit der Familie und Silvester feiern mit Sekt und Champagner – meine Leber ist in den vergangenen Wochen arg strapaziert worden.

Daher rufe ich für mich den „trockenen Januar“ aus, den Dry January. Unser Freund aus England vollzieht dieses Ritual jedes Jahr und es geht ihm – nach eigenen Aussagen – gut dabei.

Wie das funktioniert? Kinderleicht: Von Neujahr an verzichte ich im kompletten Januar auf alkoholische Getränke. Und zwar auf alle – Weinschorlen und Radler eingeschlossen. Der Ursprung dieser Idee kommt aus England, wo sie sich zu einer recht erfolgreichen Gesundheitskampagne gemausert hat.

Hört sich also grundsätzlich einfach und erstrebenswert an. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass absolute Abstinenz anfangs ungefähr so schwierig ist wie eine strenge Diät. Doch genauso wie man nach drei Wochen abends automatisch ein Möhrchen knabbert, hat man sich in diesem Zeitraum daran gewöhnt, keinen Alkohol zu trinken und genießt zum Essen oder Feierabend automatisch Apfelsaftschorle, Mineralwasser, alkoholfreies Bier oder Tee.

In Großbritannien jedenfalls ist der Wille zum Dry January groß. Die Welle schwappte auch in andere Länder über und so wurde die Kampagne zwischen 2010 und 2020 immer beliebter. Die Bewegung verbreitete sich über Social-Media-Kanäle und aktuell über Weinkolumnen (Scherz!). Tatsächlich sollen allein im Jahr 2020 vier Millionen Briten sich den trockenen Januar auf die Fahnen geschrieben haben. Nicht schlecht! Sowohl Wirksamkeit als auch die gesundheitlichen Folgen dieser Monats-Abstinenz  ist wissenschaftlich wohl noch nicht genau untersucht. Das kommt aber bestimmt noch. Was für mich letztendlich nicht ausschlaggebend ist. Ich nutze die Zeit im Januar, um Verzicht zu üben, innezuhalten und zu regenerieren, weil es Körper und Geist einfach gut tut.

v.kerl@volksfreund.de