| 18:38 Uhr

Verwirrung um Bauvorhaben auf Maximin-Gelände

Links die alte Abteikirche St.Maximin, rechts das Hauptgebäude des Amtes für soziale Angelegenheiten. Auf der Wiese davor sollte das Erweiterungsgebäude entstehen - zu Entsetzen von Denkmalschützern und Archäologen. Nun rudert der Landes-Baubetrieb zurück. TV-Foto: Roland Morgen
Links die alte Abteikirche St.Maximin, rechts das Hauptgebäude des Amtes für soziale Angelegenheiten. Auf der Wiese davor sollte das Erweiterungsgebäude entstehen - zu Entsetzen von Denkmalschützern und Archäologen. Nun rudert der Landes-Baubetrieb zurück. TV-Foto: Roland Morgen
Trier. Trierer Denkmalschutz-Organisationen sind entsetzt: Die Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion (ADD) hat ihren Segen für einen Erweiterungsbau für das Amt für soziale Angelegenheiten (AsA) in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Abteikirche St. Maximin gegeben. Auf TV-Anfrage bezeichnet der Landes-Baubetrieb LBB ein solches Vorhaben aber lediglich als „Ultima Ratio“ (letztes Mittel).

(rm.) Die Nebenstelle des AsA ist derzeit auf dem vom Land erworbenen ehemaligen Postgelände an der Straße In der Reichabtei untergebracht – ein Provisorium, nachdem die 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anfang dieses Jahres ihre Büros im daneben liegenden Hochhaus räumen mussten, das derzeit zum künftigen Polizeipräsidium umgebaut wird. Eine Dauerlösung wollte der LBB per Neubau direkt neben dem AsA-Hauptgebäude schaffen.

Das wiederum liegt in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Abteikirche St. Maximin und auf archäologisch höchst sensiblen Terrain. Die Abtei ist im Mittelalter auf dem Gelände eines ausgedehnten römischen Friedhofs entstanden.

Denkmalschützer lehnen deshalb ein Neubauvorhaben ab und haben einen Protestbrief an ADD-Präsident Mertes geschrieben.

Auf TV-Anfrage entkräftet der Landes-Baubetrieb die Befürchtungen. Man teile die Bedenken der Denkmalschützer und wolle nur für den Fall, dass sich keine andere Möglichkeit finden lasse, neben St. Maximin bauen. Derzeit werde geprüft, ob die AsA-Nebenstelle dauerhaft auf dem früheren Post-Gelände bleiben könne.

Pikant: AsA-Amtsleiter Wolfgang Nohr weiß laut eigenem Bekunden nichts davon, dass der LBB seine Neubaupläne möglicherweise fallen lässt. „Nach meinem Kenntnisstand stehen Bodenuntersuchungen bevor“, sagte er dem TV.