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Gesellschaft: Viele Kneipen in der Region bleiben trotz Lockerungen zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesellschaft : Viele Kneipen in der Region bleiben trotz Lockerungen zu

Vor allem die Betreiber kleinerer Gaststätten können Auflagen nicht erfüllen und machen gar nicht erst auf. Aber auch die übrigen rechnen nicht unbedingt mit einem guten Geschäft.

Aufatmen unter den Gastonomen in der Region: Nach zweimonatiger Zwangschließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Gaststätten-, Cafe- und Restaurantbesitzer ihre Betriebe ab Mittwochmorgen wieder öffnen. „Endlich“, sagen viele, die in den zurückliegenden Wochen allenfalls mit Außer-Haus-Verkäufen ein paar Euro verdienen konnten. Doch in die Freude mischt sich bei vielen Wirten auch Frust. Der Grund: die strengen Auflagen.  Die vom Mainzer Wirtschaftsministerium veröffentlichten Hygiene- und Schutzvorschriften empfinden nicht wenige Gastronomen als kaum überwindbare Hürde.

Vor allem für kleinere Betriebe mit Thekenbetrieb seien einige der 20 Punkte umfassenden „Handreichung Gastgewerbe“ nicht zu erfüllen, sagen Betroffene wie die Trierer Wirtin Gabi Dittrich (Gerüchteküche). „Wir habe keinen Platz für die vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstand“, sagt Dittrich, die den Service alleine managt und niemanden zusätzlich beschäftigen kann, „der ständig desinfiziert und kontrolliert“.

„Voll Käse“ findet auch die Wittlicher Wirtin Kerstin Riotte (Treibhaus) die Auflagen. „An meiner langen Theke darf niemand sitzen oder stehen“, sagt die Betreiberin einer Dartkneipe, „und von den paar Tischen und Stühlen bei mir kann ich nicht existieren.“ Riotte hofft, dass sich an den Vorschriften rasch etwas ändert. Das will auch EljaTalaceva, die in Bitburg das No Name betreibt. Wie ihre Wittlicher Kollegin macht sie das Geschäft mit Thekenbetrieb – und der muss auch ab Mittwoch weiter ruhen.

Während die beiden Wirtsfrauen ihre Gaststätten vorerst weiter zulassen, macht Jan Ernst vom gleichnamigen Hotel-Café auf dem Kueser Plateau auf – „auch wenn es wohl ein Verlustgeschäft werden wird“, wie Ernst glaubt. Neben dem wegen der Auflagen reduzierten Platzangebot sieht Ernst vor allem in der vorgeschriebenen Erfassung der Gästedaten ein Hindernis. „Wer reserviert denn schon in einer Eisdiele oder einem Café?“, fragt Ernst.

Aber nicht nur viele Gastronomen sehen die Auflagen skeptisch. Auch potentielle Gäste finden sie abschreckend.