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Schule
Erstmals Winterferien im Land: Die einen freuen sich, andere nicht

FOTO: dpa / Armin Weigel
Trier. Elternvertreter begrüßen die Neuregelung. Viele nutzen die zusätzlichen freien Tage und verreisen. Die Karnevalisten befürchten dadurch weniger Zuschauer bei Veranstaltungen. Von Bernd Wientjes

Die einen (die vielleicht in Ski-Urlaub fahren) freuen sich, die anderen (die Karneval feiern wollen) ärgern sich: Die Winterferien, die es nächste Woche zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz gibt, sind umstritten. Vor allem die Karnevalisten fürchten, dass wegen der vor den närrischen Tagen beginnenden schulfreien Zeit viele Eltern, Kinder und Jugendliche die Gelegenheit nutzen, um wegzufahren, statt auf Kappensitzungen und Umzüge zu gehen (der TV berichtete). Aus diesen Grund wurde bereits der bislang immer an Fastnachtssamstag stattfindende Jugendmaskenzug in Mainz auf den vergangenen Samstag vorgezogen.

Die Sorge, dass einige die zusätzlichen Ferien für Urlaub nutzen, statt Karneval zu feiern, scheint nicht ganz unberechtigt zu sein, wie eine Nachfrage unserer Zeitung bei Reisebüros in der Region ergeben hat. Die Winterferien würden vor allem von Familien durchaus genutzt, sagt Ralf Neumann vom First-Reisebüro in Bitburg. „Besonders Skiurlaub ist gefragt und natürlich Reisen in die wärmeren Gefilde wie Kanaren oder Ägypten.“ Das bestätigt auch Lara Müller vom Kylltal-Reisebüro in Trier. Insgesamt sei die Nachfrage nach Reisen in den Winterferien aber eher durchwachsen gewesen: „Wir gehen davon aus, dass es vielen Familien noch nicht so ganz bewusst war, dass es erstmalig zu dieser Zeit Ferien gibt.“ Vielleicht wollten viele Karnevalisten doch lieber feiern, sagt Müller.

Er habe bislang noch keine negativen Rückmeldungen zu den Ferien erhalten, sagt Landeselternsprecher Thorsten Ralle. „Ich bin überzeugt, dass sie eine gute Idee sind.“ Dadurch würde die Zeit zwischen Weihnachts- und Osterferien verkürzt. Und schließlich gehen die Winterferien auf den Wunsch vieler Eltern zurück. Bei einer Umfrage des Landeselternbeirats war eine Mehrheit für die zusätzlichen Ferien. Das Land beschloss 2014, dass es ab 2019 immer dann, wenn Ostern spät ist, eine Woche Winterferien gibt. Das ist in diesem und im nächsten Jahr der Fall. Ist Ostern früher, gibt es stattdessen eine Woche Pfingstferien, wie erstmals 2021. Weil aber die Gesamtzahl der Ferientage (insgesamt 75) nicht verlängert werden darf, werden künftig Weihnachts- und Osterferien verkürzt. Laut Ralle hätten es die Eltern lieber gesehen, wenn stattdessen die Herbstferien kürzer geworden wären.

Die Lehrergewerkschaft GEW sieht die neue Ferienordnung kritisch. Der Schulablauf werde dadurch zu zerstückelt. Und die Schüler? „Wir stehen der Verschiebung relativ neutral gegenüber, hätten uns jedoch mehr Mitbestimmungsrecht beim Erstellen der Regelungen gewünscht“, sagt Justus Berberich, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Rheinland-Pfalz.

Für alle, die in den Ferien zu Hause bleiben, hat TV-Wetterexperte Dominik Jung eine gute Nachricht: Vom Wochenende an bis Fastnacht soll es tagsüber frühlingshaft warm werden.