Viele Schulen im Land haben keinen Leiter

Viele Schulen im Land haben keinen Leiter

Hohe Arbeitsbelastung, schlechte Bezahlung, Konflikte mit Kollegen: Immer weniger Lehrer im Land sind bereit, die Leitung einer Schule zu übernehmen. 89 Schulen haben derzeit keinen Rektor, weitere 91 Stellvertreterstellen sind vakant. Betroffen sind vor allem Grundschulen in ländlichen Gebieten.

(fcg) Schulleiter nehmen im Schulalltag eine zentrale Stellung ein. Der Weg zur selbstverantwortlichen Schule, der in Rheinland-Pfalz seit einiger Zeit beschritten wird, bietet zwar mehr Gestaltungsspielräume, aber es werden auch höhere Anforderungen gestellt. Schulleiter müssen organisieren, managen und führen, lehren sollen sie selbstverständlich auch. Sie müssen sich im Beamtenrecht auskennen und juristische Kompetenz nachweisen. Auf Bewerber wartet ein umfängliches Prüfverfahren, bei dem ihre Eignung getestet wird. Das führt dazu, dass es immer schwieriger wird, „Lehrkräfte für verantwortliche Leitungsaufgaben zu gewinnen“, räumt die SPD-geführte Landesregierung in einer Stellungnahme zu einer FDP-Anfrage ein.

Eine Auflistung der offenen Stellen zeigt, dass es sich um ein flächendeckendes Problem handelt. In vielen Fällen blieben Ausschreibungen erfolglos, nach Angaben des Bildungsministeriums etwa für die Grundschulen Dudeldorf (Verbandsgemeinde Bitburg-Land), Strohn-Niederscheidweiler (VG Daun) oder Heidenburg (VG Thalfang). Für die Grundschule in Trittenheim (VG Neumagen-Dhron) wurde seit August 2003 dreimal nach einem Leiter gesucht, ehe man eine andere Lösung fand: „Wir haben eine gemeinsame Leiterin für die Grundschulen in Trittenheim und in Neumagen-Dhron, das klappt gut“, sagt Bürgermeisterin Christiane Horsch.

Die Landesregierung will das Problem lösen, indem sie den Schulleitern mehr Zeit für die Leitungsfunktion einräumt. Den Rektoren werden zwei Wochenstunden mehr angerechnet. Das habe dazu geführt, dass rund 70 Vollzeit-Lehrerstellen mehr geschaffen worden seien, wovon 903 Schulleiter profitiert hätten.

Kritikern reicht das nicht aus. „Es muss mehr getan werden, um die Attraktivität der Funktion des Schulleiters weiter zu erhöhen“, fordert Nicole Morsblech, Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Eifel-Hunsrück. Die FDP bringt das Thema im Landtag zur Sprache. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht einen Ansatz darin, mehr monetäre Anreize zu schaffen. „Die Bezahlung stimmt nicht“, sagt der Landesvorsitzende Johannes Müller.

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