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Coronavirus: Vor zwei Wochen noch in kritischem Zustand: Franzose geheilt aus Trierer Klinik entlassen

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Ein 58-jähriger Elsässer  kehrt geheilt aus Trier nach Hause zurück. Vor zwei Wochen war er in kritischem Zustand aus Frankreich verlegt worden. Er kommt aus einer besonders stark betroffenen Region.

Thierry Grandperrin lächelt, als er, begleitet von einer Pflegerin, kurz nach 13 Uhr gestern aus der Tür der Notaufnahme des Krankenhauses Mutterhaus Nord in Trier kommt. Zumindest ahnt man ein Lächeln unter der Schutzmaske, die der 58-jährige über seinem bärtigen Gesicht trägt. Vor der Tür warten zwei Sanitäter, die mit einem Krankentransportwagen aus der französischen Region Grand Est eigens nach Trier gekommen sind, auf den Patienten aus dem Corona-Gemeinschaftskrankenhaus der beiden Trierer Kliniken Mutterhaus und Brüderkrankenhaus.

Sie helfen ihm auf die bereitgestellte Trage. Ein paar Minuten später werden sie ihn zurück bringen ins Elsass. Dort in der Nähe von Colmar lebt Grandperrin. Er wird wohl noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Auch wenn er „höchstwahrscheinlich nicht mehr infektiös“ sei, wie Torsten Engler sagt. Er ist Chefarzt der Inneren Medizin in dem Krankenhaus und damit Leiter der Corona-Station. Die Entzündung der Lunge des 58-Jährigen sei zurückgegangen.

Zwei Wochen lang wurde Grandperrin in Trier behandelt. Als er am 24. März mit dem Rettungshubschrauber nach Trier verlegt worden war, sei sein Zustand kritisch gewesen. Er hat in der besonders stark von Corona betroffenen Region Grand Est, zu der sowohl Lothringen als auch das Elsass gehören, bereits auf der Intensivstation eines Krankenhauses gelegen, musste beatmet werden. Um die Kliniken in der Nachbarregion zu entlasten, hat sich Rheinland-Pfalz bereit erklärt, Corona-Patienten von dort in hiesigen Kliniken zu behandeln. Es bestehe eine große Bereitschaft, Frankreich auf diese Art zu unterstützen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gestern in Mainz,

Der Elsässer, der unter anderem an hohem Blutdruck leidet, wurde sieben Tage über ein Beatmungsgerät mit Sauerstoff versorgt. Das sei vergleichsweise kurz, sagt Engler. Einige der Patienten hingen zwei Wochen und länger an Beatmungsgeräten. Von den neun gestern Mittag auf der Intensivstation der Klinik behandelten Corona-Patienten wurden laut Engler acht beatmet. Der Verlauf der Erkrankung sei bei allen Patienten höchst unterschiedlich.

Nicht selten komme es während oder auch nach der Beatmung zu Komplikationen, diese hingen zumeist mit der Schwere der Vorerkrankungen zusammen. Bei Grandperrin sei der Verlauf aber komplikationslos gewesen, was bei seiner Einlieferung vor zwei Wochen so noch nicht abzusehen gewesen sei. Kürzlich ist ein 65-jähriger Franzose, der wegen Corona behandelt in dem Krankenhaus worden war, in Trier verstorben.