Vorschlag: Ex-Polizeipräsidium soll Feuerwache werden

Vorschlag: Ex-Polizeipräsidium soll Feuerwache werden

Das ausgediente alte Polizeipräsidium als Standort für die neue Wache der Berufsfeuerwehr: Diesen ungewöhnlichen und überraschenden Vorschlag macht Triwo-Chef Wilfried Biewer. Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Georg Bernarding findet die Idee gut.

(rm.) Die Zeit für das alte Präsidium in der Südallee läuft endgültig ab. Die Mainzer Entscheidung, die zurzeit auf neun Standorte verteilte Trierer Polizei im Post-Hochhaus am Hauptbahnhof zusammenzuführen (voksfreund.de berichtete exklusiv), wirft die Frage auf: Was wird aus dem weitgehend verlassenen Ex-Hauptquartier an der Südallee, wenn voraussichtlich 2011 auch die letzten Beamten dort ausgezogen sind?

Das Land als Besitzer der von 1970 bis 1973 erbauten Immobilie hat noch keinen Plan. „Wir sind gerade dabei, die Nutzungsmöglichkeiten zu sondieren und eine Projektentwicklung vorzubereiten“, antwortet Markus Ramp, Sprecher des Landes-Liegenschafts-Betriebs LBB auf TV-Anfrage. Einen potenziellen Nutzer bringt nun ausgerechnet Wilfried Biewer ins Gespräch: „Das wäre ein optimaler Standort für die Berufsfeuerwehr“, sagt der Vorstand des Trierer Immobilienunternehmens Triwo.

Bemerkenswert: Die Triwo hatte stets selbst Interesse an dem Hochhaus, das sich laut Biewer „schon wegen seiner exponierten Lage gegenüber Palastgarten und Kaiserthermen auch für eine Hotel-Nutzung eignet“. Man kann es aber auch anders sehen: Der 30 Meter hohe Klotz bildet einen krassen Kontrast zum benachbarten Welt-Kulturerbe. Für die Feuerwehr, wie weitaus weniger Büro-Raumbedarf hat als seinerzeit die Polizei, ließe sich das verhältnismäßig leicht ändern.

Biewers Vorschlag läuft eine „Halbierung“ hinaus: „Die obere Hälfte des Gebäudes zurückbauen, einkappen und eine ansehnliche Fassade dran – und schon ist das gesamte Umfeld optisch aufgewertet und auch der Sanierungs-Aufwand drastisch minimiert.“

Bürgermeister und Feuerwehr-Dezernent Georg Bernarding findet „die Idee gut. Grundsätzlich ist das alte Präsidiums-Gelände ein geeigneter Standort, über den wir uns auch schon unsere Gedanken gemacht haben. Aber ich schätze, es dürfte wegen seiner besonders exponierten Lage doch eher für eine andere Nutzung infrage kommen“. Bernarding favorisierte bislang zwei Alternativen als Ersatz für die nicht zukunftsfähige Feuerwache am St.-Barbara-Ufer liebäugelt: Zum einen das bisherige Areal von Stadtreinigungs- und Straßenbauamt in der Löwenbrückener Straße (Trier-Süd), zum anderen das Gelände an der Spitzmühle (neben dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium; derzeitige Nutzung: öffentlicher Parkplatz, Kleingärten). Beide Optionen haben ihre Tücken: Die Löwenbrückener Straße liegt mitten in einem Wohngebiet; die Spitzmühle befindet sich am Rand des größten antiken Tempelbezirks nördlich der Alpen – wer dort gräbt, muss mit archäologisch bedeutsamen Hinterlassenschaften und damit Bauverzögerungen rechnen.

Bernarding zeigt sich offen: „Das Gelände des alten Präsidiums liegt so verkehrsgünstig wie kaum ein anderer Punkt in der Innenstadt Auch die Höhenstadtteile sind von dort aus schnell zu erreichen. Schon deshalb ist es für uns von großem Interesse.“ Aber: „Wir können hier noch keine Vorschläge machen. Jetzt müssen erst einmal Signale aus Mainz kommen.“