Katholische Kirche: Vorwürfe gegen ehemaligen Trierer Bischof: Muss Opfer-Sprecher Schnitzler Konsequenzen fürchten?

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Der Sprecher der Trierer Opfervereinigung Missbit hat interne Dokumente des Bistums in der Öffentlichkeit gezeigt. Muss der Historiker Thomas Schnitzler jetzt mit Konsequenzen rechnen?

Das Bistum Trier will trotz des möglichen Bruchs einer Verschwiegensheitserklärung vorerst nicht juristisch gegen den Sprecher der Opfervereinigung Missbit, Thomas Schnitzler, vorgehen. Man nehme aber „mit Bedauern zur Kenntnis, dass Herr Dr. Schnitzler sich offenkundig nicht an diese von ihm unterzeichnete Vereinbarung hält“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Der Trierer Historiker und Missbit-Sprecher hatte in der vergangenen Woche in einer öffentlichen Veranstaltung interne Dokumente des Bistums gezeigt. Dabei ging es um Vertuschungen von Missbrauchsstraftaten katholischer Geistlicher durch den ehemaligen Trierer Bischof Bernhard Stein. Fotos der Dokumente waren anschließend auch auf diversen Facebookseiten veröffentlicht worden.

Als Missbrauchsopfer durfte Thomas Schnitzler die Dokumente einsehen, musste aber eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Nach Bistumsangaben beinhaltet die Erklärung, dass die aus den Unterlagen gewonnenen Erkenntnisse nicht veröffentlichen werden dürfen. Der Betroffene dürfe die Erkenntnisse aber für die eigenen Angelegenheiten verwenden, etwa im Rahmen eines Gerichtsverfahrens.

Bei den von Thomas Schnitzler öffentlich gezeigten Dokumente handelt es sich um ein Schreiben, in dem Bischof Stein von seinem obersten Justitiar über den fortgesetzten Missbrauch eines Jungen durch einen Kaplan informiert wurde. Trotzdem wurde der mehrfach aufgefallene Geistliche wenig später vom Bischof Ende der 60er Jahre in eine andere Pfarrei versetzt.