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100 Mitglieder bei Jahreshauptversammlung des Waldbauvereins Daun

Umwelt : Auf private Waldbesitzer kommen harte Zeiten zu

Bei der Jahreshauptversammlung des Waldbauvereins Daun (siehe Extra) im Gemeindehaus in Dreis-Brück standen der Klimawandel, die daraus resultierenden Schäden und die Folgen für die Privatwaldbesitzer im Mittelpunkt.

Das Thema interessierte: So waren rund 100 Mitglieder gekommen, um Tipps für den Umgang mit ihrem Forst zu bekommen.

 „Der Borkenkäfer war für uns letztes Jahr das, was der Corona-Virus jetzt ist“, brachte es der  Vorsitzende des Waldbauvereins Daun, Gregor Mainzer, auf den Punkt. Doch trotz all der Schwierigkeiten rund um den Forst betonte Mainzer ganz klar: „Der Wald verbessert unser Klima!“

Allein anhand einer Zahl machte er das Ausmaß der aktuellen Probleme für den heimischen Wald deutlich: Waren 2018 noch rund eine Million Borkenkäfer landesweit unterwegs, waren es im Jahr darauf bereits über drei Millionen. Und woran liegt das? Klare Antwort: „Am Klimawandel“, so Mainzer.

Detailliert über exakt dieses Thema referierte Hans Werner Schröck, Leiter des Forschungsbereichs Umweltvorsorge und Waldschutz der Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Ohne Frage sei der Klimawandel eine große Herausforderung für die Forstwirtschaft. Ein signifikanter Temperaturanstieg werde bereits seit 1881, der Zeit der Industrialisierung, zwischen Mai und September verzeichnet. Seit 2010 jedoch geht die Kurve steil nach oben.

Zudem gäbe es tendenziell weniger Niederschlag in der Vegetationszeit. Schröck: „Das sind alles Klimaveränderungen, mit denen der Wald zu kämpfen hat.“ Die aktuelle Situation sieht nach Ansicht des Experten so aus: Vom Klimawandel profitieren vor allem Krankheiten und Parasiten, die sich deutlich schneller vermehren – und die Bäume angreifen.

Weitere Probleme: Neue Schädlinge wandern ein und erweitern ihre Verbreitungsgebiete. Und: Auch bislang als starke und weitgehend resistent gehandelte Arten wie die Douglasie werden inzwischen  vom Borkenkäfer befallen.

Was kann man nun tun? Das zentrale Ziel von Landesforsten ist die Walderhaltung, eine laut Schröck „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Unter anderem soll dies durch Baumartenmischung und Risikobegrenzung geschehen. Der Klimawandel bringe heimische Bäume womöglich an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. „Baumartenmischung und ergänzende Baumarten (wie etwa die griechische Tanne oder der syrische Wacholder), die Hitze- und Trockenheit deutlich besser vertragen, können eine Lösung sein“, sagt Schröck. Ebenfalls wichtig: junge Wälder zu hegen und zu pflegen sowie bereits geschädigte Waldflächen wiederaufzuforsten.

 Gregor Mainzer, Vorsitzender des Waldbauvereins Daun, spricht zu den Mitgliedern.
Gregor Mainzer, Vorsitzender des Waldbauvereins Daun, spricht zu den Mitgliedern. Foto: TV/Paula Hübner

Sein abschließender Appell an alle Privatwaldbesitzer war, den eigenen Forst viel intensiver als bisher im Blick zu behalten, „denn wir wissen nicht, wie sich das Klima entwickeln wird, sprich wie heiß und trocken künftige Sommer werden“.