150. Mitglied begrüßt
Bei der Jahreshauptversammlung des Archäologischen Fördervereins Duppach wurde der Vorstand fast komplett im Amt bestätigt. Das 150. Mitglied trat im Laufe der Versammlung dem Verein bei.
Steffeln/Duppach. (red) Erstmals in der noch jungen Vereinsgeschichte des Archäologischen Fördervereins Duppach standen Neuwahlen des Vorstands an. Neuer Kassierer ist Heinz Lorse aus Gerolstein, der Sven Kapust ablöst, der aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht. Der restliche Vorstand wurde einstimming im Amt bestätigt. Maria Surges und Dr. Peter Henrich gaben einen kurzen Überblick über den bisherigen Verlauf der Erforschung der römischen Anlage von Weiermühle und die damit verbundenen Aktivitäten des Vereins. Große Beachtung fanden dabei die Aussagen von Henrich zu den bisherigen Kosten des Projekts, die sich auf etwa 200 000 Euro belaufen, wovon die reinen Grabungskosten vor Ort etwa 50 000 Euro betragen. Der größte Teil des Gelds fließt in die wissenschaftliche Aufarbeitung der Fundstücke, bei der eine Untersuchung der Metallfunde aus dem Jahr 2005 in Zusammenarbeit mit der Uni Fribourg (Schweiz) geplant ist.In diesem Jahr finanzierte der Verein geoelektrische Untersuchungen in Weiermühle und in Oberbettingen (siehe Infobox). In Oberbettingen ließ sich mit Hilfe dieser Technik eine kleinere römische Villa nachweisen. Am Hauptforschungsort Weiermühle ermittelten die Archäologen ein weiteres Nebengebäude. Als problematisch erweist sich die Suche nach dem Hauptgebäude der Villenanlage, die in ihrer Ausdehnung nach Aussage von Henrich die Größe der Gillenfelder Anlage erreichen könnte. Also ist die Suche nach der Villa der Schwerpunkt der Forschung im Jahr 2008. Im nächsten Jahr wird auch das erste Buch zur Grabung in Duppach von Peter Henrich erscheinen, in dem er die Grabungsjahre 2002 bis 2005 beschreibt.Für die Mitglieder des Vereins werden im nächsten Jahr folgende Aktivitäten angeboten: ein Besuch der von Henrich in Luxemburg geleiteten Grabung, ein Blick hinter die Kulissen des Rheinischen Landesmuseums in Trier, der wegen der Konstantin-Ausstellung in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, und ein Vortrag der Anthropologin, die derzeit die Leichenbrände von Duppach analysiert. Zudem werden im Jahr 2008 zwei Ausgaben der "Eiflia Archaeologica - Duppacher Schriften zur Archäologie der Eifel" erscheinen.Im Anschluss an die Vereinssitzung hielt Henrich einen Vortrag mit dem Titel "Archäologie ohne Spaten", in dem er die geoelektrischen und geomagnetischen Forschungsergebnisse anderer Fundstätten im Kreis Vulkaneifel wie Gillenfeld und Bodenbach erläuterte. Extra Geoelektrische Untersuchungen: Bei der geoelektrischen Prospektion nutzt man den unterschiedlichen elektrischen Widerstand des Bodens aus. Dieser natürliche Erdwiderstand wird durch Eingriffe des Menschen gestört. So erkennt man bei Mauern einen erhöhten und bei Gräben einen niedrigen Widerstand. Aufgrund dieser unterschiedlichen Werte kann man sich ein Bild von dem entsprechenden Befund machen. Die geomagnetische Prospektion basiert auf der Tatsache, dass Gesteine durch das Erdfeld verschieden stark magnetisiert werden. Das bedeutet: Bei der Magnetik kann man schnell große Flächen untersuchen und findet Gruben und Gräben besser als Mauern. Bei der Elektrik werden die Mauern besser sichtbar, aber es dauert auch viel länger.