200 neue Soldaten und ein Appell auf dem Marktplatz

200 neue Soldaten und ein Appell auf dem Marktplatz

Die derzeit 750 Soldaten und zivilen Mitarbeiter in der Kreisstadt bekommen Verstärkung: Durch Umstrukturierungen werden in diesem Jahr bis zu 200 Soldaten nach Daun kommen. Das hat noch keine Konsequenzen für den Immobilien- und Wohnungsmarkt.

Daun. Eine große Veranstaltung der Bundeswehr außerhalb der Kasernenmauern hat es in Daun lange nicht mehr gegeben, aber heute ist es mal wieder so weit: Der Marktplatz ist Schauplatz eines Appells. Der Anlass: Im Zug der Bundeswehrreform wird es auch bei den in der Kreisstadt beheimateten Einheiten Veränderungen geben. Aber damit nicht genug: "Es war uns schon länger ein Bedürfnis, die Verbundenheit der Bundeswehr mit der Stadt und der Verbandsgemeinde Daun auch offiziell zu würdigen. Das geschieht im Rahmen des Appells", erklärt der Kommandeur des Fernmeldeaufklärungsabschnitts 931, Oberstleutnant Günther Daniels.
Zu den anstehenden Neuerungen gehören auch Namensänderungen: Der derzeitige Fernmeldeaufklärungsabschnitt 931 heißt ab dem 1. April Bataillon Elektronische Kampfführung 931. Der ebenfalls in der Heinrich-Hertz-Kaserne angesiedelte Fernmeldebereich 93, dem der Fernmeldeaufklärungsabschnitt unterstellt ist, heißt ab dem kommenden Monat Auswertezentrale Elektronische Kampfführung.
Mit den neuen Namen allein ist es nicht getan: Im Zug der Bundeswehrreform wird der Standort Daun aufgestockt. Die derzeit etwa 750 Soldaten und zivilen Mitarbeiter bekommen Verstärkung, das künftige Bataillon wird dann mehr als 1000 Soldaten und Zivilbeschäftigte umfassen. Ein Großteil der Neuen kommt aus Donauwörth (Bayern), wo der Bundeswehrstandort aufgelöst wird. "Bis Mitte Mai erwarten wir bis zu 120 neue Soldaten, insgesamt werden es in diesem Jahr bis zu 200 sein", sagt Oberstleutnant Daniels. Neu ist auch, dass künftig deutlich mehr Dauner Soldaten im Ausland eingesetzt werden als bisher: Statt etwa 30 sind es bald gut 90.

Hat sich die angekündigte personelle Aufstockung der Kaserne auf dem Immobilienmarkt in Daun schon bemerkbar gemacht? "Was auf den Kauf von Immobilien angeht, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, nein", berichtet der Dauner Immobilienmakler Kurt Hommelsen. Was auf den Markt komme, sei auch recht schnell wieder weg. Und dennoch: "Natürlich würde ich mich freuen, wenn der Markt durch den Zuzug der Soldaten angekurbelt würde."
Probleme, eine Mietwohnung zu finden, dürfte es laut Hausverwalter Stefan Bost (Daun) nicht geben: "Es sind viele bezahlbare Wohnungen auf dem Markt, in allen Größen." Verstärkte Anfrage aus Donauwörth habe es nicht gegeben. "Ich habe bislang einen Mietvertrag mit einem Soldaten aus Bayern abgeschlossen", berichtet Bost.

Was bedeutet die Aufstockung für die Verbandsgemeinde-Verwaltung? "Wir wissen, dass es etwa 200 Soldaten sein werden, die Laufe des Jahres zu uns kommen", sagt der Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung, Arnold Schneider. "Aber wie viele von ihnen mit Familie kommen, ob sie überhaupt fest in Daun oder Umgebung wohnen wollen, für länger oder nur eine gewisse Zeit pendeln, auch das ist noch ungewiss." Was für die Verwaltung eine besondere Herausforderung darstellt, vor allem, was die Kindergarten- und Schulentwicklungsplanung angeht. Schneider: "Wegen der vielen Unwägbarkeiten haben wir bei den Planungen einen Puffer eingebaut, um für möglichst alle Eventualitäten gerüstet zu sein."
Aber auch darüber hinaus ist seitens der VG-Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr einiges getan worden im Vorfeld der Neustrukturierung am Standort Daun. So ist eine Broschüre erstellt worden, mit Informationen über die sozialen Einrichtungen, den Wohnungs- und Arbeitsmarkt, die zentralen Ansprechstellen in der Heinrich-Hertz-Kaserne und in der Verwaltung. Zudem gibt es spezielle Ansprechpartner in der Verwaltung, die laut Büroleiter auch schon einiges zu tun haben. "Unsere Serviceleistungen sind schon mehrfach in Anspruch genommen worden."Extra

Der Appell beginnt heute um 10 Uhr mit dem Einmarsch der Einheiten auf dem Marktplatz. Musikalisch begleitet wird der Appell durch das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz. Die Bevölkerung ist zum Appell eingeladen. sts

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