2011 wird's wieder kriminell in der Eifel

2011 wird's wieder kriminell in der Eifel

Die sechste Ausgabe des Krimifestivals Tatort Eifel steht ins Haus: Vom 16. bis 25. September trifft sich wieder die deutsche Krimiszene der Film- und Fernsehbranche in der Vulkaneifel - und mit ihr Tausende Fans.

Daun. Es hat sich viel getan seit dem jüngsten Krimifestival Tatort Eifel 2009, das über ein Budget von knapp 300 000 Euro verfügte und 6000 Besucher angelockt hat: Einige neue Krimiformate sind im Fernsehen erfolgreich gestartet, und es gibt viele Belege dafür, dass die Beliebtheit von Regionalkrimis nicht abreißt. Und diese haben neunmal mit den Eifelkrimis von Jacques Berndorf alias Michael Preuße in der Vulkaneifel ihren Anfang genommen und zahlreiche Ausprägungen in etlichen Landstrichen der Republik gefunden: vom Allgäu bis nach Oberbayern, wo Nicola Förg ihre Protagonisten Kommissar Gerhard Weinzirl und Tourismusdirektorin Johanna Kennerknecht auf Tätersuche schickt, bis in den hohen Norden, wo Sandra Lüpkes die Kriminalkommissarin Wencke Tydmers ermitteln lässt.

Diesem Phänomen möchten Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann und die Leiterin des Fachprogramms, Julia Röskau, mit ihrem Programm ganz besonders auf den Grund gehen.

Hoffmann sagt: "Das Thema Regionalkrimi wird unser Leitthema sein. Was sich zunächst in der Literatur durchgesetzt hat, findet nun auch im Fernsehen immer mehr Raum. Wir wollen in Diskussionsrunden nachhaken, warum das so ist und wie lange ein solcher Boom dauern kann."

Erwartet werden wieder zahlreiche renommierte Vertreter aus Produzenten- und Senderkreisen sowie Verleger und Autoren. Und natürlich viele Krimifans.

Höhepunkt des Festivals wird die erneute Vergabe des Ehrenpreises "Roland" auf der Abschlussgala am 24. September an eine Persönlichkeit sein, die sich um Innovation und Weiterentwicklung des Krimigenres besonders verdient gemacht hat.

Zuletzt schritt Senta Berger über den roten Teppich in Daun, um die Trophäe entgegenzunehmen. Zuvor waren die Preisträger Götz George alias Tatort-Kommissar Schimanski, Drehbuchautor Rolf Basedow sowie "Stahlnetz"-Regisseur Jürgen Roland, der den nach ihm benannten Preis als Erster entgegennahm. Und auch daneben werden wieder viele Prominente in der Vulkaneifel erwartet. Hoffmann: "Die Trauben hängen zwar hoch, weil wir 2009 eine enorm hohe Promidichte hatten, aber wir sind bemüht, ein ähnlich attraktives Programm auf die Beine zu stellen." Relativ klar ist, dass Dietmar Bär alias Tatort-Kommissar Freddi Schenk wieder in der Eifel aufkreuzen wird, denn er ist erstens Mitglied der Roland-Jury und hat seine Rückkehr in die Eifel bereits 2009 zugesagt. Ansonsten hält sich Hoffmann aber noch mit Namen und Details zum Publikumsprogramm zurück.

Das Interesse ist aber schon jetzt groß. Hoffmann: "Wir hatten schon mehrere Anfragen nach Tickets zur Abschlussgala, die als Weihnachtspräsent begehrt waren. Eine Frau aus Norddeutschland wollte sogar ein ganzes Krimiwochenende mit Gala-Tickets als Geschenk buchen. Das ist mittlerweile schon verrückt - positiv verrückt." ExtrAWettbewerbe Mit dem neuen "Tatort-Eifel-Jahr" wird auch der Aufruf zur Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben eingeläutet, die sich speziell an Autoren und Filmemacher richten. So alt wie das Festival selbst ist auch der Deutsche Kurzkrimi-Preis, der bereits zum sechsten Mal vergeben wird; 2011 zusammen mit dem KBV-Verlag von Krimiautor Ralf Kramp aus Hillesheim. Bei der 2009er-Auflage waren rund 400 Beiträge eingesandt worden. Der Gewinner des Deutschen Kurzkrimi-Preises im Jahr 2007, Daniel Twardowski, hat gezeigt, wie auf einem solchen Erfolg aufgebaut werden kann: Er brachte zwei erfolgreiche Kriminalromane heraus. Einen Vorgeschmack auf einen ähnlichen Werdegang erhalten die ausgewählten Teilnehmer des Wettbewerbs, deren Kurzkrimis in einer "Tatort Eifel"-Anthologie erscheinen werden. Zu einer beliebten Tradition ist auch der Kurzfilm-Wettbewerb geworden, der in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk und der MFG-Filmförderung Baden Württemberg ausgerichtet wird. Die dort vertretenen Nachwuchsfilmemacher erhalten im Kinopalast Vulkaneifel in Daun die Gelegenheit, ihre ersten Krimi-Kurzfilme einem Fachpublikum vorzustellen. Wiederholt wird auch die 2009 erstmals vergebene Auszeichnung für Drehbuchautoren, "Der Clou". Alle Wettbewerbsausschreibungen und weitere Informationen sind ab sofort auf der neu gestalteten "Tatort Eifel"- Homepage unter www.tatort-eifel.de zu finden. (mh)

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